Hamburg an einem Tag

Während die Flugzeuge starteten und landeten, drehte Timo Großpietsch am Hamburger Flughafen Szenen für seinen Film. Foto: NDR

Timo Großpietsch aus der Steenkamp-Siedlung drehte
einen Stummfilm über seine Lieblingsstadt

Von JULIA VELLGUTH, BAHRENFELD

„Ich bin ein Hamburger Jung, und ich gehe hier niemals weg.“ Mit diesen Worten bewarb sich Timo Großpietsch um ein Volontariat beim NDR. Tatsächlich ergatterte der gelernte Werbekaufmann und studierte Medienwissenschaftler damals einen der begehrten Plätze. Inzwischen macht der 38-jährige Bahrenfelder für den Sender Dokumentarfilme. Seine neueste Produktion ist eine Bilderreise durch seine Heimatstadt.
In die Steenkamp-Siedlung, in der Timo Großpietsch seit ein paar Jahren lebt, verliebte er sich beim ersten Besuch. In Wandsbek geboren, in Barsbüttel aufgewachsen und seit rund 15 Jahren mit seiner Frau wieder in Hamburg, fühlt er sich in Bahrenfeld richtig heimisch. Seine Heimatstadt hat er auch während seines Volontariats selten verlassen. „Hamburg fehlte mir immer schnell wieder“, erzählt er. Was liegt da näher als ein Film über die geliebte Stadt?

Viele Bilder wurden aus dem Hubschrauber geschossen

In anderthalb Jahren produzierte Timo Großpietsch einen experimentellen Film, der bisher unentdeckte Winkel der Stadt, aber auch bekannte Ecken aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zeigt. Rund 50 Drehorte besuchte der Dokumentarfilmer. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen“, sagt er. Als Ein-Mann-Filmteam ist er für Buch, Regie, Kamera, Ton und Montage verantwortlich. Die Filmmusik schrieb der Komponist Vladyslav Sendecki, eingespielt wurde sie von der NDR-Bigband.
Als Tagesverlauf zeigt der Film Sequenzen vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Es wird im Film zwar nicht gesprochen, doch ruhig geht es deshalb noch lange nicht zu. „Ich war erstaunt, dass die Stadt niemals schläft“, erzählt Großpietsch. Ihn beeindruckte der Anblick der Massen von Airbus-Mitarbeitern am Teufelsbrücker Fähranleger nach Feierabend genauso wie das Kanalsystem unter der Stadt, die Kupferhütte im Freihafen oder das automatische Transportsystem unter dem UKE. Viele Bilder wurden aus der Luft aufgenommen.
Herausgekommen sind 89 Minuten Sinneseindrücke ohne Sprecher, aber mit Bildern, die nachwirken. Premiere feierte der Film auf dem Filmfest in Hamburg, weitere Kinovorführungen sollen folgen. Der NDR strahlt „Stadt“ voraussichtlich Anfang 2016 aus. Der Film soll wahrscheinlich am 11. Dezember auf DVD erscheinen.
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