Gummibärchen aus Brombeeren

Für die gute Laune in Rissener Wohnungen: Mayleen (l.) und Christiane legen ein Tulpenfeld an. Die Blumen können Spaziergänger zukünftig mitnehmen. (Foto: söl)

Stadtteilschule Rissen: Nachwuchs-Gärtner wünschen sich Chips aus eigenem, ökologischen Anbau

Söller/ Istel, Rissen – Morgen können die ehemaligen Neuntklässler der Stadtteilschule (STS) Rissen mit eigenen Augen überprüfen, ob aus ihrem Projekt was geworden ist. Vor den Ferien wünschten sie sich: „Wir möchten Brombeer-Gummibärchen herstellen. Aus den Zucchini und Kartoffeln werden Gemüsechips. Aus den Tomaten wird Tomatenbutter“. Aber was mussten die Schüler im vergangenen Schuljahr alles auf ihrer Streuobstwiese anpflanzen, damit die Ideen jetzt Wirklichkeit werden können?
Lehrer Sven Sievers stellte damals zuerst die Aufgabe, sich ein Produkt zu überlegen. Dann wurde gearbeitet: Welche Bäume und Büsche mussten gepflanzt werden, um Bienen anzulocken? Was benötigt das Bienenvolk noch? Es wurden Brombeersträucher und Apfelbäume gepflanzt, die von den Bienen bestäubt werden konnten. Aus dem Beerensaft werden vielleicht einmal Gummibärchen, die Äpfel sollen zu Saft gepresst werden. Ein kleiner Teich wurde ebenfalls angelegt, denn die Bienen benötigen Wasser.
Vor zwei Jahren entstand die Schüler-Imkerei, bestehend aus acht Schülern und einem Imker, die sich für den Schutz der Bienen einsetzen. „Es geht nicht um gewinnorientierte Arbeit, sondern darum, Naturschutz praktisch zu erfahren und ein ökologisches Verständnis zu erwerben“, so Sievers. Hier auf der Schulwiese ist alles frei von Chemie und Kunstdünger. Die Imkerei ist eine Start-up Schülerfirma. Im Jahr 2015 wurden die Firmen der STS für ihr Engagement mit dem Hamburger Bildungspreis ausgezeichnet.
Die Wiese wird nicht nur von den Stadtteilschülern gehegt und gepflegt. Teilstücke der Wiese wurden an Kindergärten und Schulen vergeben. Für die Kräuterspirale sind Kinder der Grundschule Marschweg zuständig. Leider sind zuletzt Kräuter rausgerissen worden und die Bienen wurden mit Dreck beworfen. Das war bitter.

Die Wiese kann nicht eingezäunt werden

Die Wiese abzuschließen geht nicht, denn viele Spaziergänger nutzen sie als Abkürzung zur Brünschentwiete. „Wir wollen auch nichts einzäunen, denn alle sollen ihre Freude an der Wiese haben“, erläutert Schülerin Christiane. Und Mayleen fügt hinzu: „ Zum Glück überwiegt die Wertschätzung und die Mithilfe der Nachbarn. Manchmal werden uns auch Blumen geschenkt.“

Wer Blumen oder Pflanzen spenden möchte, sich an der Pflege beteiligen oder als Pfadfinder auf der Wiese zelten möchte, wendet sich an Sven Sievers, STS Rissen, Voßhagen 15, Tel. 4289 34 40.
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