Graffiti an der Wand? Klasse!

Beim Graffiti-Workshop geben die jungen Sprayer unter Anleitung von Nino Braksiek ihr Bestes. (Foto: sahin)

Kirchengemeinde St. Simeon stellt jugendlichen Sprayern eine Betonwand zur Verfügung

Sahin/ Istel, Osdorf – Ole Schokolinski steht vor der Betonwand, die Spraydose gezückt. Gleich legt er los. Wer nun einen Aufschrei der Erwachsenen erwartet, der irrt. Pastor Martin Ahlers lächelt und schaut höchst zufrieden. In der Kirchengemeinde St. Simeon steht extra für spray-begeis-terte Jugendliche eine Wand, an der sie nach Herzenslust aktiv werden können.
„Die Wand stellen wir zur Verfügung, doch die Spraydosen muss jeder selbst mitbringen“, erklärt Pastor Ahlers. Im September letzten Jahres wurde die drei mal sechs Meter große Wand von der Kirchengemeinde finanziert und aufgestellt. „Die Idee hatte unsere Jugendmitarbeiterin Nadine Nier“, erklärt der Pastor. Er ist begeistert davon, wie gut die Graffitiwand bei den Jugendlichen ankommt. „Eine legale Wand ist extra dafür da, dass man sich Zeit lassen und üben kann. Da ist kein Kick nötig“, erklärt der 21-jährige Nino Braksiek, der im Jugendzentrum arbeitet.

Meistens sind die Graffiti eine Woche zu sehen

Auch der 15-jährige Ole Schokolinski trifft sich regelmäßig mit seinen Freunden zum Sprayen. Obwohl die Graffiti-Wand als Malfläche heiß begehrt ist, kann er hier seine Kunstwerke präsentieren:
„Meistens bleiben unsere Bilder eine Woche lang dran, bis sie dann übermalt werden.“
Die Jugendlichen sind in jeder Hinsicht frei und dürfen hier das sprayen, worauf sie Lust haben. Und wenn mal etwas Kirchenkritisches dran steht, dann ist es auch in Ordnung. „Wir nehmen es als Anregung, um darüber nachzudenken, warum uns ein Jugendlicher kritisiert“, meint Pastor Martin Ahlers mit einem Lächeln.
Damit die Jugendlichen tatsächlich nur hier an der Wand üben und nicht in den Stadtteil ausschwärmen, klärt sie Nadine Nier über die Folgen auf. Von Geldstrafen bis hin zu Sozialstunden können auf die Sprayer zukommen, wenn sie einen Adrenalin-Kick suchen und Gebäude oder Brücken besprühen. Bis jetzt sind der Gemeinde sowie den Jugendlichen jedoch keine derartigen Vorfälle bekannt.

Graffiti-Wand
Kirchengemeinde
St. Simeon
Dörpfeldstraße 58
mo-do, sa 15-20 Uhr
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