Gemeinsam für eine attraktivere Einkaufsmeile

Blumen in der Waitzstraße: Nicht überall sieht es so farbenfroh aus. Die Grundeigentümer debattieren seit zwei Jahren über die Einrichtung eines Business Improvement Districts (BID), um für einheitliches Erscheinungsbild zu sorgen. Foto: rs

Grundeigentümer debattieren über Business Improvement District

Von Reinhard Schwarz. Waitzstraße zur Mittagszeit: Der Verkehr brummt, Pkw stauen sich, freie Parkplätze sind eine Rarität. Also alles in Ordnung in Othmarschens Einkaufsmeile? Nicht ganz. Es gibt Handlungsbedarf, die Konkurrenz naher Einkaufszentren ist allgegenwärtig.
Kleine, unabhängige Geschäfte stehen im Wettbewerb mit großen Ketten, die meist auch höhere Mietsteigerungen verkraften können. Der Charme der Waitzstraße wird aber gerade von einer Vielzahl kleiner, inhabergeführter Geschäfte geprägt. Irgendwann entstand die Erkenntnis, dass man nur miteinander und nicht gegeneinander bestehen kann. Daher laufen seit rund zwei Jahren die Vorbereitungen für einen Business Improvement District (BID). „Improvement“ – das heißt soviel wie Verbesserung, Vervollkommnung.
Und genau darum dreht es sich, betont Projektentwickler Gunnar Gellersen, Vorsitzender des Lenkungsausschusses, der 2012 nach einer Versammlung von Grundeigentümern der Waitzstraße und des benachbarten Beseler Platzes gebildet wurde. „Die Waitzstraße wirkt teilweise unaufgeräumt, es gibt alte Fahrradständer, alte Blumen-
kübel, uneinheitliche Poller aus unterschiedlichem Material, teilweise aus Beton, teilweise aus Holz.“ Ziel sei die Schaffung eines „einheitlichen Erscheinungsbildes, um den Bereich insgesamt attraktiver zu gestalten“. Ein Konzept soll erstellt werden. Gellersen: „Wir werden dieses Konzept öffentlich vorstellen und in die Diskussion geben.“
Finanziert wird der BID von den Grundeigentümern. Angedacht ist ein Budget von 600.000 Euro für die Laufzeit von drei Jahren. Der District wird vom Senat der Hansestadt per Rechtsverordnung festgelegt. Der BID kommt allerdings nicht zustande, wenn ein Drittel der Grundeigentümer sich dagegen ausspricht (Negativquorum). Unterstützung kommt aus der Wirtschaftsbehörde, der Handelskammer und aus der örtlichen Politik. „Hier kommen Vernunft und bürgerliches Engagement zusammen“, erklärt Claudius von Rüden (SPD). Optimistisch zeigt sich auch Franziska Grunwaldt (CDU): „Ich glaube, dass das funktionieren wird.“ Dennoch, räumt sie ein, sei das Vorhaben nicht ganz einfach. Denn: „Grundeigentümer und Mieter müssen miteinander kommunizieren“.
Info: Bei einem „Business Improvement District“ (BID) wird jeder
Grundeigentümer eines bestimmten Gebietes drei Jahre lang zur Kasse gebeten. Mit dem so eingenommenen Geld sollen Maßnahmen zur Verbesserung des Umfeldes - hier: der Waitzstraße - finanziert werden. Die Kosten pro Grundeigentümer sind abhängig vom Wert der Immobilie.
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