„Ganz neu und sehr erfrischend!“

Wirtschaftsexperte im Lehrerberuf: Dominik Wolz mit Jenny (li.) und Mine (beide 12). Foto: cvs

Dominik Wolz (29) arbeitet als „Teach First Fellow“ an der Katholischen Schule Altona.

Von Christopher von Savigny. Im Klassenraum der Katholischen Schule Altona herrscht eine lockere Atmosphäre: Einige Schülerinnen spielen Karten, andere machen ihre Englisch-Hausaufgaben. „Wie schreibt man 'department store'?“, will Jenny (12) wissen. Dominik Wolz (29) geht herum und hilft hier und dort ein bisschen. In der Schulstunde kurz vor der Mittagspause dürfen die Siebtklässler tun, wozu sie Lust haben. „Ich möchte mithelfen, eine Nachmittagsbetreuung aufzubauen“, sagt Wolz. „Mein Plan ist es, dass hier mal so ein richtiges Kursangebot entsteht.“
Vor wenigen Wochen hat der junge Mann seine Arbeit als
„Teach First Fellow“ an der Schule aufgenommen (siehe Kasten). Beruflich kommt Wolz aus einer ganz anderen Ecke: Er hat Wirtschaft studiert und sich auf Unternehmensführung spezialisiert. Zuletzt bewarb er sich auf eine Stelle im Business Management. „Aber dann habe ich gemerkt, dass mich das nicht ausfüllt“, sagt er. „Ich wollte gerne etwas mit Kindern machen!“

Schulalltag fühlt sich nicht wie Arbeit an, sagt Wolz

An der Katholischen Schule arbeitet er als Unterrichtsbetreuer und engagiert sich im Förderbereich. Zusammen mit einigen Achtklässlern organisiert er die Schülerfirma „McKiosk“, die Getränke und selbst geschmierte Pausenbrote verkauft. Außerdem unterstützt er die Berufs- und Bewerbungsberatung in der höheren Klassenstufen. Das derzeitige Wochenpensum des Quereinsteigers liegt bei 20 Stunden.
Wolz' erster Eindruck vom Schulalltag: „Es ist alles wahnsinnig neu, aber auch sehr erfrischend! Ganz anders, als ins Büro zu gehen. Ich komme zwar auch kaputt nach Hause, aber es fühlt sich nicht wie Arbeit an!“ Auch die Schüler profitieren von ihrem unkonventionellen Lehrer: „Er ist nett, nicht so streng, und wir dürfen zwischendurch auch mal rausgehen“, sagen Jenny und Mine (12).
Dominik Wolz wird erstmal weiter Schulluft schnuppern. Und für die Zeit danach hat er auch schon einen Plan: „Ich will mich in einer Stiftung im Bereich Bildung oder Integration engagieren“, sagt Wolz.

Teach First

ist eine gemeinnützige Organisation, die pädagogisch interessierte Menschen mit abgeschlossener Ausbildung für zwei Jahre an Schulen in ganz Deutschland schickt. Dort unterrichten sie gemeinsam mit den Lehrern oder fördern Schüler individuell. Mit den Trainer von Teach First sind die Fellows regelmäßig in Kontakt, der Austausch wird auch nach Abschluss der Lehrtätigkeit fortgesetzt.
www.teachfirst.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.