Fußball übers Netz

Kerstin Pemöller bereitet als Stellerin die Vorlage für einen Angriff vor. (Foto: mti)

SG Osdorf lud zum Fußballtennis-Turnier in die Sporthalle Knabeweg

Markus Tischler, Osdorf - Jetzt bleibt für eine ausführliche Analyse der Partie keine Zeit. Jens Pemöller, der gerade noch mit seinem Team von der SG Osdorf auf dem Feld stand, muss schon wieder ran. „Jens“, ruft einer der Spieler und verweist auf den verwaisten Platz in einer Ecke. Der 53-Jährige hat das Fußballtennis-Turnier in der Sporthalle am Knabeweg mitorganisiert, aber auch das gehört bei dieser Veranstaltung dazu: Linienrichter spielen. Also geht Jens Pemöller auf Posten.
Zwölf Mannschaften haben an diesem Tag den Weg in die Hansestadt gefunden. Es sind Klubs aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachen angereist. Das klingt nach einer hochkarätigen Veranstaltung, einer, bei der es um mehr geht als nur um den Gesamtsieg. „Aber es ist“, sagt Kerstin Pemöller, „nur ein Freundschaftsturnier.“
Aber eines, in denen Nicht-Behinderte und Behinderte zusammen auf dem Platz stehen. Jedem Team gehören vier Akteure an, gekickt wird auf einem Volleyballfeld. Fußballtennis selbst zählt zum Integrationssport, gespielt wird nach den Regeln des Deutschen Behindertensportverbandes. Aber vor allem geht es um den Spaß, um das Zusammensein – und am Abend um die Siegesfeier.

Die Frauen haben verloren – aber nur knapp

Während der Spiele wird hier und da aber auch schon einmal geflucht. „Natürlich ist ein wenig Ehrgeiz dabei, das gehört dazu“, sagt Kerstin Pemöller, die mit drei weiteren Frauen das einzige weibliche Team auf dem Turnier bildet. Und weil dieses in einer Vorrundengruppe gegen die Mannschaft ihres Mannes antritt, kommt es zur Mittagszeit quasi zum Familienduell. Die beiden Töchter Lina (14) und Marina (12) dürfen die Anzeigetafel bedienen. „Wir sind für die Frauen“, sagen beide unisono und grinsen. Doch am Ende siegen die Männer. Aber nur knapp.
„Es ist ein schnelles Spiel und technisch anspruchsvoll – und es kommt nicht so auf die Kondition an“, erklärt Kerstin Pemöller, die bei einem kurzen Blick auf die Teilnehmer noch anmerkt: „Heute ist das Durchschnittsalter nicht so hoch.“ Auch für Senioren ist dieser Sport geeignet.
Den Wanderpreis des Bürger- und Heimatvereins Osdorf nahm übrigens die Mannschaft aus Meinershagen mit nach Hause. Da sie zum dritten Mal den ersten Platz belegte, darf sie den Pokal behalten.

Das ist Fußballtennis: Beim Fußballtennis wird ein Volleyball mit Fuß, Kopf oder Brust über eine Leine von etwa ein Meter Höhe ins gegnerische Feld befördert.
Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern und bis zu drei Ersatzspielern. Ein Spiel dauert zwei mal sieben Minuten.
Der vom Gegner gespielte Ball darf entweder nach dem Aufsprung oder frei aus der Luft angenommen oder weiter gespielt werden. Er darf direkt oder indirekt, über weitere Positionen der Mannschaft, über die Leine geschlagen werden. Beim Zuspiel darf der Ball in eigener Spielhälfte nur über maximal drei Stationen gespielt werden, nur einmal vor jedem Zuspiel den Boden berühren, pro Spieler nur einmal berührt werden.
Jeder Fehler bringt der anderen Mannschaft einen Vorteil und wird mit einem Punkt und dem Angaberecht gewertet. Gewonnen hat die Mannschaft, die während der Spielzeit die meisten Punkte erzielt hat. KI
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