Flüchtling Fadi ist jetzt „Mr. Eismann“

Auch Otto Waalkes (Mi.) probierte schon das leckere Eis von Fadi Friek (r.) und Ingo Hagemann. (Foto: carmen lechtenbrink)

Fadi Friek eröffnete nach seiner Flucht aus Aleppo gemeinsam mit seinem Freund ein Eiscafé in Rissen

Söller/ Istel, Rissen – Fadi Friek, 36, fängt in Rissen neu an. Nach seiner Flucht aus dem syrischen Aleppo eröffnete er mit seinem Freund Ingo Hagemann das Eiscafé „Kalte Schnauze“ in der Wedeler Landstraße. In seiner Heimatstadt überlebte Friek mit seiner Mutter den Bürgerkrieg. In den Kriegsjahren hätten sie jederzeit von einer Bombe getroffen, von Rebellen erschossen oder entführt werden können.
Mit seiner Geschäftsidee hat Friek Erfolg: Es ist das beliebteste Eiscafé Rissens.
Meterlang stehen die Kunden an, Eis und Fadingos (Zimtschnecken) zu erstehen. Alles schmeckt lecker, denn der Syrer Fadi Friek lernte in Dubai die Kunst der Eismanufaktur und nach seiner Rückkehr 2010 in seine Heimatstadt Aleppo gründete er mit seinem Bruder erfolgreich drei Eiscafés und zwei Restaurants.
Friek arbeitete in seinem Café, als die Rebellen im Juni 2012 in das größte Einkaufszentrum Syriens stürmten und um sich schossen. „Ich musste alles zurücklassen und fliehen. An meinem Namen Fadi, das bedeutet der Erlöser, erkennt jeder, dass ich Christ bin.“ Sein früherer Geschäftsfreund Hagemann, den er in Dubai kennengelernt hatte, beantragte 2013 in Hamburg ein Besuchervisum: „Wenn ich per Skype mit Fadi verbunden war, hörte ich, wie die Bomben um ihn herum einschlugen. Ich musste ihm helfen.“ Doch Frieks Antrag wird im April 2014 abgelehnt.
Jetzt blieb nur die Flucht über die Türkei zu den griechischen Inseln und zuletzt nach Hamburg. Viel Geld floss in die Taschen von Passfälschern und Schleusern für die Überfahrt nach Griechenland. Friek hatte Glück, er musste nicht in eines der hoffnungslos überfüllten Boote steigen, die so vielen Flüchtlingen den Tod brachten. Und er hatte nochmal Glück, denn er wurde im November 2014 von Hagemann und seiner Familie mit offenen Armen
empfangen.
Es folgten endlose, zermürbende Behördengänge, aber Friek gab nicht auf. Jetzt hat er eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, lernt Deutsch. Ihm wurden Kredite für seinen Eisladen gewährt. „Ohne Ingo wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt Friek.

Das Unternehmen soll expandieren


Er und sein Partner haben ihre Ziele hochgesteckt: Sie wollen ihre Produkte unter ihrem Markennamen etablieren, das Unternehmen soll expandieren. „Das Schönste für uns sind die lachenden Augen der Kinder“, freuen sich die beiden Unternehmer.
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