Erleben statt lernen: Crowdfunding-Kampagne will interkulturelles Schulprojekt finanzieren

Gemeinsam müssen die jungen Erwachsenen im OCULAR-Projekt interaktive Aufgaben in der Gruppe lösen. Trainer Jendrik Peters (rechts) erklärt die Übung.
Hamburg: Kipaji |

Kulturelle Spannungen, Stereotype, Toleranz und die Erschließung ihrer eigenen Persönlichkeit sind Themen, mit dem sich Jugendliche möglichst unvoreingenommen beschäftigen sollten, um ihre eigene Meinung zu entwickeln. In einer Crowdfunding-Kampagne sammeln die Hamburger Jendrik Peters, Frauke Herbst und Marlene von Hertel daher Spenden von privaten Unterstützern, um ein interaktives Projekt zum Thema Kultur an Schulen zu realisieren. Im Wettbewerb kommt es dabei vor allem auf die Zahl der Unterstützer an, für die es Fördergelder gibt.

OCULAR heißt das Projekt, ein Akronym für „Our Cultures: Understand. Live. Act. Respect.“. „Innerhalb ihres sozialen Umfeldes können sich Jugendliche mit ihrer eigenen Kultur allerdings nicht auf einer unbefangenen Meta-Ebene befassen – und in der Schule ist im normalen Lehrplan dafür oftmals kein Platz vorgesehen, zudem sind externe Angebote meist finanziell nicht umsetzbar“, erklärt Jendrik Peters, Initiator des Projektes. Daher sammelt die Organisation Kipaji, die das Projekt ehrenamtlich umsetzt, derzeit Spenden. „Wir haben uns für ein Crowdfunding entschieden, um den Schulen und Jugendorganisationen das Projekt quasi vorzufinanzieren. Wir halten es für wichtig, dass die Umsetzung im Einzelnen nicht am finanziellen Budget einer Schule oder Organisation scheitert, wenn sie sich mit dem Thema Kultur auseinandersetzen möchte“, so Peters weiter. Im letzten Jahr wurde das Projekt bereits erfolgreich mit einer 11. Klasse der IGS Garbsen bei Hannover umgesetzt.


Kultur erlebnispädagogisch entdecken

Das OCULAR-Projekt ist als interaktives Seminar konzipiert. Anstatt Theorien und Ansätze frontal der Gruppe zu präsentieren, erschließen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Themen interaktiv. Eine so erlebnispädagogische Herangehensweise ist für die Teilnehmer oftmals sehr ungewohnt. Aus der Schule, der Berufsausbildung oder der Universität sind sie eher eine frontale Vortragsweise gewöhnt. Das ist im OCULAR-Projekt anders: Hier nutzen die Initiatoren von Kipaji verschiedene didaktische Ansätze und Simulationen, in denen die Jugendlichen sich die Themen selbst erarbeiten. „Wir sehen Kultur im Rahmen unseres Projektes nicht als länder-, kontinents- oder religionsbezogene Verhaltensweisen, sondern vielmehr als die Wahrnehmungen, Denkmuster und das Handeln des Einzelnen. Der Fokus auf das individuelle Verständnis von Kultur sowie Gesellschaft beinhaltet auch aktuelle Themen wie Globalisierung, Flüchtlingskrise, die aktuellen Entwicklungen in Europa und Integration, die sich interaktiv viel umfassender betrachten lassen als in reinen Vorträgen“, berichtet Peters aus dem ersten Pilotprojekt an der IGS Garbsen.

Die Crowdfunding-Kampagne zum Projekt

Beim Crowdfunding unterstützen Privatpersonen Projekte von Organisationen oder Start-ups finanziell, um ihnen bei der Umsetzung ihrer Projekte zu helfen. Die Besonderheit bei der Finanzierung des OCULAR-Projektes ist jedoch, dass es sich um einen Wettbewerb handelt: In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank Stiftung ermöglicht Social Impact finanzielle Unterstützung von gemeinnützigen Projekten, Vereinen, Initiativen und Unternehmen, die das Thema Bildung von Kindern und Jugendlichen im gesellschaftlichen Kontext voranbringen wollen.
Der Contest läuft vom 01. bis zum 15. September 2017. Im Anschluss werden, je nach Anzahl der Unterstützer, die ersten 50.000€ an Fördergeldern durch die Veranstalter vergeben. „Entfallen also 20% der Unterstützer auf uns, bekommen wir auch 20% der Fördergelder“, erklärt der Hamburger Peters. Die Kampagne selbst läuft noch bis zum 30. September 2017 weiter.

Wer die Kampagne unterstützen oder mehr über das Projekt erfahren möchte, bekommt weitere Informationen unter www.startnext.com/ocular
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