Elbe-Radweg:  Bürger stimmen ab

Die Initiative „Elbstrand für alle!“stellt sich einen Holzweg vor, der möglichst weit weg vom Strand verläuft und von Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen genutzt werden kann Foto: pr
 
Der Strand wie er heute ist. Die Initiative „Elbstrand retten!“ möchte ihn so erhalten. Es soll kein Weg irgendwo über den Strand gebaut werden. Foto: pr

Der Bürgerentscheid zum Elbstrandweg läuft – am 16./17. September wird ausgezählt

Karin Istel, Oevelgönne
Jetzt haben die Einwohner des Bezirks Altona das Wort: Soll nun ein Weg über den Strand gebaut werden oder nicht? Am dritten Septemberwochenende werden die Stimmen ausgezählt.
Wer darf über den Strandweg abstimmen?
Insgesamt können 202.000 Bewohner ab 16 Jahren, die im Bezirk Altona wohnen, ihre Kreuzchen machen. Von Rissen über Altona bis nach Lurup wird abgestimmt.
Welche Positionen gibt es?
Es stehen sich zwei Initiativen gegenüber: Die Initiative „Elbstrandweg für alle!“ will einen drei Meter breiten Weg für alle – auch für Radfahrer –, der möglichst weit weg vom Elbufer gebaut werden soll.  „Elbstrand retten!“ will den Strand wie er heute ist, ohne Rad- und Durchgangsverkehr. Dafür sollen Alternativrouten ausgebaut werden. 
Wie viele Kreuzchen darf man machen?
Man kann insgesamt drei Kreuzchen machen.
Man kann sich bei jeder Initiative entweder mit Ja oder Nein entscheiden, oder bei beiden ein Ja beziehungsweise ein Nein ankreuzen.
„Es ist ja keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern beide Initiativen haben Schnittmengen“, begründet Jan Lengwenath, stellvertretender Pressesprecher des Altonaer Bezirksamts, das Prozedere. Ein Beispiel: Vielleicht möchte man ja, dass ein Weg über den Strand führt, aber am Wasser entlang. Dann bietet keine der beiden Initiativen das Gewünschte an. Man könnte also zweimal Nein ankreuzen. Als drittes gibt es eine Stichfrage: „Welches der beiden Anliegen soll eher gelten?“ Diese Frage ist entscheidend, wenn jeder der beiden Vorschläge mehr als 50 Prozent Zustimmung erhält.
Wie teuer ist die Durchführung des Bürgerentscheids?
Die Kosten belaufen sich auf 250.000 Euro.



Das sind die Positionen zum Strandweg


Die Eigendarstellung der beiden Initiativen

„Elbstrand für alle!“
„Bei uns engagieren sich Bürger, denen die Naherholungsgebiete an der Elbe am Herzen liegen. Gerade der Övelgönner Elbstrand mit seiner besonderen Atmosphäre muss erhalten bleiben. Daher sind wir gegen die Radwegpläne der Behörde und haben eine Alternative erarbeitet. Unser Konzept sorgt sowohl für eine Entlastung des Nadelöhrs bei den Kapitänshäusern als auch für einen breiteren, besser erreichbaren Strand.1. Strand renaturieren:
Die lange Steinschüttung, die den Strand vom Wasser trennt, wird entfernt und durch Querstacks ersetzt. So öffnet sich der Strand zur Elbe und wird breiter. Im Westen und vor der Strandperle wird zusätzlich Sand aufgespült.
2. Barrierefreier Fußweg:
Im oberen Bereich des Strandes dicht an den Gartenmauern wird ein drei Meter breiter bequemer Weg gebaut, der den alten Plattenweg ersetzt. Nun können die Spaziergänger endlich auch nebeneinander gehen, Kinderwagen und so weiter mitnehmen.
3. Entspanntes Miteinander:
An belebten Sommerwochenenden ist der neue Weg Fußgängern vorbehalten. Zu anderen Zeiten – zum Beispiel morgens auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit – darf er auch von Radfahrern mitbenutzt werden. So harmonisch wie auf den restlichen 14 Kilometern Elbufer-Wanderweg.“



„Elbstrand retten!“
„Elbstrand retten! will den Oevelgönner Elbstrand als einzigartiges Naherholungsgebiet bewahren – ohne Rad- und Durchgangsverkehr, ohne Bebauung. Wir fordern stattdessen eine Verbesserung für den Radverkehr auf den Alternativrouten. So, wie der Elbstrand heute ist, ist er ein wunderbarer Ort der Erholung und Entspannung, für Erwachsene und spielende Kinder. Zwar sollte die Barrierefreiheit verbessert werden. Es braucht hierfür aber keinen Rad-Gehweg über den gesamten Strand, der bei Hochwasser sowieso überspült wäre. Und es braucht auch keine Stranderweiterung, die kaum zu realisieren und außerordentlich teuer wäre. Wichtig ist zu wissen: Der Strand entlang der Mauer befindet sich zum Teil in Privatbesitz, langwierige, aussichtslose Enteignungsverfahren wären die Vorraussetzung für den Bau eines Weges.  Das bedeutet: Ein Weg würde immer mitten über den schmalen Elbstrand führen – und nicht am Rand entlang. Er brächte die üblichen Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern mitten auf einen der beliebtesten Orte unserer Stadt. Selbst die New York Times hat den Elbstrand gerade zu einem der zehn schönsten Orte am Wasser in ganz Europa gekürt! Lassen Sie uns dieses Kleinod inmitten des Großstadttrubels schützen.“
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4 Kommentare
7
Katharina Marg aus Othmarschen | 30.08.2017 | 14:22  
47
Benjamin Harders aus Blankenese | 30.08.2017 | 21:57  
7
Katharina Marg aus Othmarschen | 31.08.2017 | 11:24  
6
Philip von klösterlein aus Altona | 01.09.2017 | 15:19  
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