Einmal ganz in Ruhe duschen

Zum Abschluss des Tages wird gemeinsam zu Abend gegessen. Das Abendbrot wird immer von zwei ehrenamtlichen Helferinnen zubereitet. (Foto: fs)

Geflüchtete Frauen und ihre Kinder können einmal wöchentlich in der Kita Iserbrook Kraft tanken, duschen und gemeinsam essen

Şahin/ Istel, Elbvororte – Dienstag, das ist ein besonderer Tag für geflüchtete Frauen, die in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne Unterkunft gefunden haben: Dann können sie mit ihren Kindern die drangvolle Enge verlassen und in die evangelische Kita Iserbrook gehen. Hier haben die Kinder Platz zum spielen, und die Frauen können sich erholen sowie entspannen. Jetzt werden Ehrenamtliche gesucht, die den Frauen und Kindern zur Seite stehen.
Von 14.30 bis 17.30 Uhr können sie in der Kita Gespräche führen, Deutsch lernen, das gemeinsame Abendessen kochen oder duschen. Insgesamt machen fünf Kitas bei diesem Projekt mit.
Wie viele Frauen aus den vier beteiligten Erstaufnahmen besucht auch Kholond Altantawy einmal die Woche in nachmittags eine Kita. Sie fährt von der Erstausnahme-Unterkunft Rugenbarg zur Kita Maria-Magdalena. „Meine Kinder spielen, wenn sie hier sind. Dann habe ich ein biss-chen Zeit, um Deutsch zu lernen“, erklärt die 29-Jährige. Da ihre Kinder noch klein sind, kann sie keinen Deutschkurs besuchen. Doch mit der Hilfe der Ehrenamtlichen versucht sie, es hier vor Ort zu lernen.
Während dieser drei Stunden stehen den Frauen in jeder beteiligten Kita ehrenamtliche Helferinnen zur Seite. Und es werden dringend weitere Helferinnen für alle fünf Kitas gesucht. Ob junge Mütter oder Rentnerinnen, mit Fremdsprachen oder ohne, jede Frau kann hier helfen. In der Kita gibt es eine feste Gruppe von Ehrenamtlichen. So können sich die Frauen näherkommen und auch private Beziehungen zueinander aufbauen.

Farsi, Daghi, Arabisch sind gesuchte Sprachen


Warum werden eigentlich nur Frauen für das Ehrenamt gesucht? Projektleiterin Bärbel Dauber erklärt: „Damit sich die Frauen wohlfühlen und auch mal ihr Kopftuch ablegen können, gibt es nur weibliche ehrenamtliche Helfer.“ Und sie hat einen Wunsch. „Sollte es Frauen geben, die Farsi oder Arabisch können und mitarbeiten möchten, wäre das besonders hilfreich.“
Die Idee für das Projekt „Geflüchtete Frauen in Kitas" wurde im November letzten Jahres im evangelischen Kita-Werk Altona-Blankenese geboren. Aus den Kita-Räumen, die am Nachmittag nicht mehr genutzt werden, sollte ein Rückzugsort für Frauen aus Zentralen Erstaufnahme-Einrichtungen entstehen. Pro Woche kommen bis zu 80 Frauen und 200 Kinder aus vier Erstaufnahmen in die fünf beteiligten Kitas.
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