„Einige sind mit den Nerven völlig fertig“

Die Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin Ingrid Kandt ist die Koordinatorin des LotsenBüros.

Angehörige dementer Menschen bekommen im LotsenBüro Rat und Hilfe – Neuer Standort des Büros in Nienstedten

Elbvororte – Diagnose Demenz - und plötzlich ist in der Familie alles ganz anders als zuvor: Demente Menschen verlieren die geis-tige Kontrolle über ihr Leben. Auf ihre Angehörige stürzen eine Vielzahl von Fragen ein: Wie wird die Krankheit verlaufen? Wer unterstützt mich bei der Pflege? Bei diesen und vielen anderen Fragen rund um die Demenz beraten und informieren ehrenamtliche Mitarbeiter des LotsenBüros vertraulich und kostenlos. Seit ein paar Tagen ist das LotsenBüro in Nienstedten an einen neuen Standort gezogen.
Der Anbau an die Nienstedtener Kirche soll abgerissen werden. Deshalb musste das Lotsenbüro vom Nienstedtener Marktplatz 19a wegziehen. Der neue Standort ist im örtlichen Gemeindehaus an der Elbchaussee. Das LotsenBüro in Groß Flottbek bleibt am bekannten Ort auf dem Bugenhagencampus.
Immer gern gesehen im Lotsenbüro: Ehrenamtliche. „Man muss keine besonderen Zertifikate vorweisen. Wir suchen Menschen mit Lebenserfahrung, die bis zu sechs Stunden pro Monat Zeit einbringen können, um Menschen mit dementerkrankten Angehörigen zu beraten und an Teamsitzungen teilzunehmen“, erklärt Ingrid Kandt. Sie ist die Koordinatorin des Lotsenbüros. „Sinnvoll wäre es, wenn die Ehrenamtlichen sich aus beruflicher oder privater Erfahrung schon einmal mit dem Thema Demenz beschäftigt hätten.“

„Wir suchen jugendlichere Menschen, so ab 50 plus“

Oft pflegen Angehörige den Dementen allein, rund um die Uhr. „Einige, die zu uns kommen, sind mit den Nerven völlig am Ende. Bei uns gibt es nicht nur Informationen, hier können die Angehörigen auch angstfrei über ihre Sorgen, Nöte und Bedürfnisse erzählen, kurz: wie ihr Alltag aussieht“, sagt die langjährige Ehrenamtliche Maja Pfennig.
„Es wäre schön, wenn wir jemanden finden könnten, der etwas jugendlicher ist, so ab 50 plus oder im frühen Ruhestandsalter. Wenn dann noch ein Führerschein vorhanden ist, könnte er oder sie auch unseren Kleinbus, das LotsenMobil, fahren“, wünscht sich Ingrid Kandt. „Es wäre toll, wenn wir einen Mann für die ehrenamtliche Mitarbeit im LotsenTeam begeistern könnten. Ein Mann arbeitet schon bei uns mit.“
Wer sich vorstellen kann, im Lotsenbüro tätig zu werden, wird von Ingrid Kandt zu einem Kennenlern-Gespräch eingeladen. „Es sollte schon jemand sein, der ins Team passt.“
Das LotsenBüro ist ein Projekt von „Leben im Alter“.

LotsenBüro
Beratung Groß Flottbek
fr 10-12 Uhr
1. und 3. Dienstag 17-19 Uhr
Bei der
Flottbeker Mühle 25 b
Tel. 97 07 13 27

Beratung Nienstedten
1. Donnerstag im Monat
10-12 Uhr
Gemeindehaus
Elbchaussee 406, 1. Stock
Tel. 43 26 74 69

Ingrid Kandt, Koordinatorin
Tel. 58 95 02 59

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