Ein Arbeitsleben in der Waitzstraße

Mit 79 in den Ruhestand: Hausmakler Hans-Günther Steffens war von 60 Berufsjahren 58 bei Ernst Simmon & Co. in der Waitzstraße. Foto: rs

Mit 79 Jahren geht Hans-Günther Steffens in den Ruhestand

Von Reinhard Schwarz. Langeweile kenne ich nicht. Ich habe auch keine Angst davor“, sagt Hans-Günther Steffens und lacht. Am 1. April ist der Hausmakler in den Ruhestand gegangen - im Alter von 79 Jahren. 58 Jahre, fast sein ganzes Berufsleben, war Steffens Makler bei Ernst Simmon & Co. mit Sitz in der Waitzstraße. Von 1954 bis 1956 absolvierte Steffens eine Lehre zum Industriekaufmann bei der Firma Wollgarnfabrik Tittel & Krüger in Bahrenfeld. Anschließend warb ihn Firmengründer und Patenonkel Ernst Simmon ab.
„Ich fing als Angestellter an und wurde 1972 Teilhaber zusammen mit Ernst Simmons Sohn Gerhard“, erzählt Steffens, der an der Ecke Waitzstraße/ Groß Flottbeker Straße geboren wurde. Der 23-jährige Industriekaufmann fand sich schnell in dem neuen Metier zurecht. „Der Reiz des Berufs liegt im Umgang mit den Menschen. An jedem Haus, an jeder Wohnung hängt ein Schicksal.“ 1960, nach dem Tod von Firmengründer Ernst Simmon, erhielt Steffens Prokura.
Sein schwerster Auftrag? „Das war wohl das Grundstück Von-Sauer-Straße/Bahrenfelder Chaussee: Es hat von 2006 bis 2013 gedauert, bis alle 16 Eigentümer bereit waren, zu verkaufen.“ Das habe ihn „mühsame Überzeugungsarbeit“ gekostet, so Steffens. „Viele hingen an ihrer alten Umgebung, obwohl es dort sehr laut ist.“
Auch nach seinem 65. Geburtstag konnte oder wollte er noch lange nicht in Rente gehen. „Als Selbstständiger geht man nicht in Ruhestand“, so seine Philosophie. Nun aber, mit fast 80, doch. „Ich möchte aufhören, bevor mir jemand sagt, das hast du schon drei Mal erzählt“, sagt er und grient.
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