Ein Amt wird zum Museum

Dirk Justus, Nachlassverwalter und Vorstand der Stiftung Bargheer Museum (l.). erläutert Britta Ernst (verdeckt) und Hamburgs Erstem Bürgermeister, Olaf Scholz, eines der Gemälde. Foto: pr

Ins ehemaliges Gartenbauamt im Jenischpark
ist jetzt das Eduard Bargheer Museum eingezogen

Karin Istel, Klein Flottbek
Es hat fast 40 Jahre von der ersten Idee bis zur Umsetzung gedauert, aber jetzt ist es soweit: Das Eduard Bargheer Museum hat eröffnet. Es ist das dritte Museum im Jenischpark. Das Museum ist im ehemaligen Gartenbauamt untergebracht. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in den vergangenen beiden Jahren umgebaut. Es bietet auf 500 Quadratmetern über zwei Stockwerke Platz für dauerhafte und temporäre Ausstellungen. Hier werden fortan die Werke des Malers und Grafikers Eduard Bargheer (1901-1979) zu sehen sein, der zu den bedeutendsten Hamburger Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt. Das ebenfalls sanierte Gärtnerei-Nebengebäude wird als Vermittlungsfläche sowie als Depot für den Nachlass dienen.
„Es ist die Erfüllung eines Lebenstraumes, dass es nun ein Bargheer-Museum gibt, wo dieser herrliche große Nachlass auf Dauer untergebracht ist und gezeigt werden kann“, sagte Dirk Justus, Nachlassverwalter und Vorstand der Stiftung Bargheer Museum. Das Museum verfügt über mehrere Tausend Werke Bargheers, darunter Gemälde, Aquarelle, Handzeichnungen und Druckgrafiken aus dem Nachlass des Künstlers.
Bereits 1979 entwickelten die Erben von Eduard Bargheers Nachlass, seine engen Freunde Dirk Justus und Peter Silze, die Idee, ein Museum für das Werk des Künstlers einzurichten. Im Jahr 2010 entschied die Stadt Hamburg, der Stiftung Eduard Bargheer Museum das ehemalige Gartenbauamt für die Errichtung eines Ausstellungshauses mit Sammlungsdepot zu überlassen.
Bargheer wurde im Jahr 1901 auf der ehemaligen Elbinsel Finkenwerder geboren. Nach seinem Lehrerexamen im Jahr 1923 brachte er sich das Malen selbst bei, war von 1928 bis 1933 Mitglied der Künstlergruppe Hamburgischen Sezession. 1940 zog er nach Ischia, war ziviler Dolmetscher bei der deutsch-italienischen Kriegsmarine-Werft in La Spezia. 1944 tauchte er in Florenz unter und erlebte dort die Befreiung der Stadt und das Kriegsende. 1947 zog er wieder nach Forio d'Ischia, wo er 1948 die Ehrenbürgerschaft erhielt. Ab 1953 lebte er im Halbjahreswechsel in Forio und Blankenese. Er war auf der ers-ten und zweiten Documenta vertreten. Zwischen 1960 und 1968 reiste er häufig nach Nord- und Zentralafrika. Im Jahre 1979 starb Bargheer in seinem Haus in Blankenese, An der Rutsch 2.
Die private Stiftung hatte 1,2 Millionen Euro Spendengelder für das neue Museum gesammelt. Derzeit läuft die Ausstellung „Eduard Bargheer – Die Ankunft der Harmonie“. In wechselnden Sonderausstellungen werden neben Eduard Bargheers Werken auch die von Künstlerfreunden und Zeitgenossen sowie von Stipendiaten der Eduard Bargheer Stiftung zu sehen sein.
❱❱ Eduard Bargheer Museum
Hochrad 75, di-so 11-18 Uhr,
Eintritt: sechs Euro, ermäßigt vier Euro; Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt
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