Die Welt der weißen Villen

Weiße Villen und viel Geschichtliches: Die ehemalige Villa der Godeffroys im Hirschpark, die von der Lola Rogge Schule genutzt wird. Foto: Junius Verlag

Reiseführer: Sechs Spaziergänge durch die Elbvororte

Von Reinhard Schwarz. Elbchaussee, Süllberg und weiße Villen in stilvollen Parks – das assoziieren viele mit den Elbvororten. Und damit liegen sie nicht verkehrt. Wer mit Bus oder Auto die Elbchaussee längs fährt, kann immer wieder ein grandioses Panorama mit Elbblick genießen. Dazwischen erhascht man Blicke auf prächtige Häuser, viele davon denkmalgeschützt.
Einst handelte es sich bei Blankenese, Nienstedten, Klein Flottbek und Co. um Elbdörfer, deren Bevölkerung schlecht und recht vom Fischfang oder von der Landwirtschaft lebte. Erst im 18. und im 19. Jahrhundert zogen Hamburger Kaufleute vor die Stadt, um sich dort ihre Villen und Landhäuser zu bauen.
Einen interessanten Blick hinter die Kulissen und vor allem die Geschichte der Elbvororte gibt der im Hamburger Junius Verlag erschienene Reiseführer „Blankenese & Elbvorortebuch“ der Stadtführerinnen Malin Hartz und Anna Prochotta. Die beiden Historikerinnen führen die Leser kenntnisreich auf sechs Wanderungen durch die Welt der weißen Villen.
Die Tour beginnt in Othmarschen-Ost, nächste Station ist Othmarschen-West, ein Abstecher nach Nienstedten gehört mit dazu, Blankenese-Ost und -West werden ebenfalls besucht, und zum Schluss führt ein Weg von Blankenese nach Rissen. Ergänzt wird jedes Kapitel durch Adressen-Tipps mit Hinweisen auf Restaurants, Cafés und Bars.
Die Leser erfahren einiges über die sehr teure „Butterseite“ (nämlich mit Elbblick) und die etwas weniger teure „Margarineseite“ (ohne Elbblick) der Elbchaussee. Und sie bekommen Geschichten zu hören über Familien wie die Godeffroys, die im 19. Jahrhundert im Mittel- und Südamerika-Geschäft reich wurden und 1879 einen „fulminanten Bankrott“ hinlegten, der Nachwelt aber den Hirschpark hinterließen - mitsamt der weißen Villa, in der heute junge Tänzer ausgebildet werden.
Blankenese & Elbvorortebuch von Malin Hartz und Anna Prochotta, Junius Verlag, 207 Seiten, 16,80 Euro
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