„Die Arbeit fühlt sich eher wie ein Hobby an“

Gina Kühn bei der Arbeit in ihrem Atelier in der Gaußstraße. (Foto: pr)

Gina Kühn startete vor gut einem Jahr ihre Karriere als selbstständige Künstlerin – ihr Atelier ist in der Gaußstraße

Altona - Die 29-Jährige hat all ihren Mut zusammengenommen und ist gesprungen – in die Selbstständigkeit. Seit gut einem Jahr ist Gina Kühn freischaffende Künstlerin. Ihr Atelier hat die ehemalige Moorburgerin in der Gaußstraße. „Auf Reisen habe ich schon immer gern fotografiert. Da hatte ich die Idee, in meinen Kunstwerken Fotografieren und Malen zu verbinden. Heute mache ich Collagen. Das sind Acrylgemälde, in die Fotoausschnitte eingearbeitet werden."
Die Idee der 29-Jährigen, künftig Künstlerin zu sein, stieß anfangs in ihrer Familie auf Skepsis. Doch Gina Kühn ließ sich nicht beirren. „Wann, wenn nicht jetzt. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich Neues ausprobieren kann.“

Ohne Ersparnisse ging es in die Selbstständigkeit

Gesagt, getan. Sie verabschiedete sich aus ihrem festen Job im Marketing, auf den sie sich nach Studienende gefreut hatte. „Doch dann merkte ich, dass mir die Selbstbestimmtheit und das eigenverantwortliche Leben gefehlt hat“, so die Kulturwissenschaftlerin.
Ohne Ersparnisse – „meine Eltern und Freunde haben mich unterstützt“ – legte sie Anfang 2014 los: „Anfangs habe ich auch ein wenig daran gezweifelt, ob es klappt. Ich habe ja nie Kunst studiert“, blickt sie auf ihr erstes Jahr als Selbstständige zurück. „Doch es hat geklappt. Wenn ich jetzt zum Malen ins Atelier gehe, dann ist das jetzt meine Arbeit. Aber es fühlt sich gar nicht so an, eher wie ein Hobby.“
Für ihre Fotos durchstreift Gina Kühn ganz Hamburg auf der Suche nach dem passenden Motiv. „Das ist toll. Früher musste ich mir die Zeit dafür freischaufeln. Heute ist es mein Beruf.“

Behindertenbetreuung im Nebenjob

Alles eitel Sonnenschein? „Nein. Natürlich muss man sich manchmal auch zusammenreißen und arbeiten. Es ist auch ein ganz anderes Risiko Handball zu spielen, wenn man selbstständig ist. Als ich mir die Schulter auskugelte, war mein erster Gedanke ‘Kann ich noch malen?’“ Doch das Positive überwiegt. „Trotz manch sehr langer Arbeitstage habe ich viel mehr Freizeit als früher. Das tut auch meiner Partnerschaft gut.“
Leben kann Gina Kühn noch nicht von ihren Bildern. „In meinem Nebenjob betreue ich Menschen mit Behinderung. Das ist ein schöner Ausgleich.“
Gina Kühn freute sich, im Sommer ihre erste Einzelausstellung nahe ihrer alten Heimat Moorburg präsentieren zu können: Sie stellte in der Technischen Universität Hamburg-Harburg aus. „Ich bin im zweiten Jahr selbstständig und bekomme meine erste Ausstellung. Ich bin schon stolz – und aufgeregt", verriet sie und strahlte. „Und meine Großmutter ist auch ein wenig beruhigter, was meine Selbstständigkeit angeht, seitdem sie von der Ausstellung weiß.“
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