Der Vorleser

Begeisterter Leser und Vorleser: Hajo Heidenreich (63). Foto: cvs

Ex-Stadtteilpolizist Hajo Heidenreich (63) will Kinder für Bücher begeistern

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born
Kindern aus Büchern vorzulesen sei ihm eine echte Herzensangelegenheit, sagt der ehemalige Hauptkommissar Hajo Heidenreich (63). „Man kann sagen, dass ich mit Leib und Seele dabei bin!“ Seit mehr als einem Jahr engagiert sich der frühere Stadtteilpolizist als Vorleser in der Öffentlichen Bücherhalle am Osdorfer Born. Dabei wechselt er sich mit drei weiteren Ehrenamtlichen ab. Angesprochen sind Kinder zwischen vier und zwölf Jahren. „Wir wollen aufs Lesen neugierig machen“, erklärt Heidenreich. Denn leider würden sich Kinder heutzutage viel zu wenig fürs Selberlesen interessieren. „Sie haben zuviel Ablenkung durch Handy und Computer“, findet er. Das Wort „Buch“ sei teilweise regelrecht zum Fremdwort geworden. Sprachliche Mängel – auch beim Sprechen – seien die Folge. „Dagegen wollen wir mit unserer ehrenamtlichen Arbeit einen kleinen Beitrag leisten.“
Den Born kennt Hajo Heidenreich – wie er selbst sagt – wie seine Westentasche. Im Jahr 2006 trat er hier seinen Job als bürgernaher Beamter an, vor knapp drei Jahren ging er in Rente. „Der Osdorfer Born ist mir in der Zeit sehr ans Herz gewachsen“, erklärt der Stadtteilpolizist, der selbst in Sasel lebt. Täglich auf Streife, immer im Kontakt mit den Menschen – das gefiel Heidenreich. Der Stadtteil habe sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. „Zum Beispiel durch den Bau des Bürgerhauses“, sagt er. „Da gibt es jetzt sehr viele Angebote für Jugendliche und Erwachsene. Es ist praktisch für jeden Geschmack etwas dabei.“
Was ihm weniger gefällt: „Der Ausländeranteil wächst stetig. Das ist zwar per se überhaupt nichts Schlechtes – allerdings wird in Sachen Integration zu wenig getan.“ Künftig müsse der Stadtteil auch besser per Bus und Bahn angeschlossen werden. „Es kann nicht angehen, dass sich der Born da immer ganz hinten anstellen muss!“
Nebenbei engagiert sich Heidenreich – als gläubiger Christ – auch bei der Kirche und bei der Diakonie. Zurzeit liest er Karl May und guckt ab und zu das „Großstadtrevier“. „Die einzige Serie, in der die Polizeiarbeit noch einigermaßen realistisch dargestellt wird“, sagt er.

❱ Vorlesestunde für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren: donnerstags zwischen 16.30 und 17.30 Uhr der Bücherhalle Osdorfer Born, Kroonhorst 9e (im BornCenter). Die Teilnahme ist kostenlos.
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