Der lange Weg des Vergessens

Erinnerung an glückliche Tage: Gerda und Heinz Bartel. Vor 13 Jahren erkrankte er im Alter von 58 Jahren an Alzheimer. Dann entdeckte er das Malen als Möglichkeit sich auszudrücken. Jetzt werden seine Bilder ausgestellt. (Foto: pr)

Veranstaltungsreihe in St. Simeon zum Thema Demenz

Osdorf– Der Film „Honig im Kopf“ um einen dementen, älteren Herren war in Deutschland so erfolgreich, dass er jetzt in Hollywood neu verfilmt wird. Doch was gilt es, im Alltag mit an Demenz erkrankten Menschen zu beachten? Wie fühlen sie sich? Und wie erkennt man eine Demenz? Die Kirchengemeinde St. Simeon startet ab Sonntag, 3. Juli, eine Veranstaltungsreihe zum Thema Demenz. Hier der Überblick:
- „Unterwasserwolken“, Ausstellung ab Sonntag, 3. Juli; Vernissage um 17 Uhr;  Präsentation bis Donnerstag, 11. August.
„Mit der Ausstellung möchte ich dazu beitragen, Ängste vor dieser Krankheit zu reduzieren, vom Umgang mit Betroffenen erzählen und den Blick für durchaus noch positive Erlebnisse öffnen, die mit der Diagnose Alzheimer noch möglich sind“, sagt Gerda Bartel. Ihr Mann Heinz erkrankte mit   58 Jahren an Alzheimer. Das war vor 13 Jahren. Dann begann er zu malen, konnte mit Pinsel und Farben seine Gedanken und Emotionen in Bildern ausdrücken.
Die Exponate machen den Krankheitsverlauf deutlich: Waren anfangs noch Struturen in den Bildern zu erkennen, tauchten nach und nach Formulierungen und gebrochene Sätze auf, bis eines Tages die Fähigkeit zum Malen ganz versiegte.
Die Wortkreation Unterwasserwolken ist immer mal wieder auf den Bildern zu lesen und wurde deshalb als Titel für die Ausstellung sowie eines Buches gewählt. Im vergangenen Jahr ist Heinz Bartels im Alter von 70 Jahren verstorben.
- „Lass dich berühren“ -  Salbungsgottesdienst für Menschen mit Demenz, deren Angehörige und die ganze Gemeinde; Sonntag, 10. Juli, 11 Uhr.
Angehörige von an Demenz Erkrankten werden aus ihrem Alltag erzählen.
– „Demente verstehen und mit ihnen umgehen“, Vortrag von Hanna Kappus, Donnerstag, 14. Juli, 17 Uhr.
Hanna Kappus wird ihr Buch „Das Leben ist ein großes“ vorstellen, in dem sie nach Tagebuchaufzeichnungen den Alltag mit ihrem dementen und mittlerweile verstorbenen Mann Axel beschreibt. Hanna Kappus ist im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Hamburg. Eintritt frei.
Veranstaltungsort: Kirche und Gemeindehaus St. Simeon, Dörpfeldstraße 58.
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