Der Blick in den menschlichen Abgrund

„Hyänen“ nannte Alfred Kubin seine Zeichnung, die 1934 entstand. (Foto: Landesmuseum linz)

Ernst Barlach Haus: Ab Sonntag, 18. Oktober, werden Zeichnungen von Kubin und Barlach gezeigt

Othmarschen - Ernst und Alfred haben sich nie gesehen, bewunderten sich aber gegenseitig. Die Rede ist von Ernst Barlach und Alfred Kubin. Ab Sonntag, 18. Oktober, werden Zeichnungen des deutschen Bildhauers Barlach und des österreichischen Zeichners Kubin unter dem Motto „Lichte Finsternis“ im Barlach Museum gezeigt.
Fast hätten sie´s geschafft, sich im Sommer 1925 im Bayerischen Wald zu treffen. Der Kunstsammler und Verleger Reinhard Piper hatte Barlach zu einem Besuch auf seine Engelburg eingeladen. Barlach machte sich mit Sohn Nikolaus auf den Weg, erkrankte aber in Nürnberg. Erst, nachdem er sein Fieber auskuriert hatte, ging´s weiter. Am 4. August 1925 trafen Vater und Sohn verspätet auf der Engelburg bei Piper ein – da war Alfred Kubin leider schon wieder abgereist.
Doch was die beiden Zeit ihres Lebens nicht schafften, das gelingt ihren Werken: Sie sind gemeinsam zu sehen.
Das Geheimnisvolle
fasziniert beide Künstler
Beiden Künstlern lag daran, das „Innen im Außen“ sichtbar zu machen (Barlach), „innerlichgeschaute Formen, Gestalten und Geschehnisse bildmäßig einzufangen“ (Kubin). Beide Künstler nutzen die Kräfte der Intuition und des Unbewussten, um die Licht- und Schattenseiten des Menschseins zu erkunden. Sie sind gleichermaßen fasziniert vom Abgründigen, Dämonischen und Grotesken. Und beide schaffen es, das schwer Fassbare in ihren Bildern klar herauszuarbeiten.
Die Ausstellung mit mehr als 80, teils selten gezeigten Blättern ist eine Kooperation mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum Linz und der Ernst Barlach Stiftung
Güstrow.

Ausstellung
Lichte Finsternis
Ernst Barlach Haus
Baron-Voght-Straße 50a
18. Oktober bis 10 Januar
die-so 11 bis 18 Uhr

Kuratorenführung: 
Dienstag, 3. November,
18 Uhr
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