Den Lebensrettern fehlen 150.000 Euro

Ehrenamtliche Retter: Katja Silz aus Klein Flottbek, Martin Thomas aus Neu Wulmstorf und Florian Tropp aus Iserbrook wachen am Wochenende an der DLRG-Station Wittenbergen. Ihr Boot „Greif 5“ ist mit zwei starken Außenbordmotoren ausgerüstet und verfügt über ein Sonargerät, das Objekte unter der Wasseroberfläche orten kann. Foto: rs

Marode DLRG-Station am Wittenberger Elbstrand soll neu gebaut werden – 
jetzt werden Sponsoren gesucht

Von Reinhard Schwarz. Sie bergen Menschen, die in Not geraten sind: die Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Seit mehr als 30 Jahren sind die ehrenamtlichen Retter während des Sommerhalbjahres am Wittenbergener Strand aktiv, haben ein waches Auge auf Strandurlauber, Wassersportler und Segler. Doch die auf Stelzen stehende Rettungswache der DLRG ist in die Jahre gekommen, soll durch eine neue ersetzt werden.
„Wir haben hier kein fließendes Wasser, keine Toilette und keine Duschen“, sagt Odiri Hilgendorf (34), im Hauptberuf im öffentlichen Dienst tätig. Für die Lebensretter, die am Wochenende hier bis zu 48 Stunden vor Ort sind, sei das schwierig. „Das ist alles nicht mehr zeitgemäß“, schimpft er. „Das kann man jungen Menschen, die ihre Freizeit opfern und sich für die Allgemeinheit einsetzen, nicht mehr zumuten.“
Doch jetzt soll alles anders werden. Eine neue Station ist geplant, mit Toiletten und Duschen. Schon im Herbst beginnt der Bau der neuen DLRG-Wache am Wittenbergener Ufer. Hilgendorf: „Baubeginn soll zum Ende der Saison sein, also voraussichtlich ab September.“ Vor Saisonbeginn 2015 folgt schließlich der Innenausbau. Schon in diesem Sommer werden die Versorgungsleitungen gelegt.
Doch es gibt ein Problem: eine Finanzierungslücke in Höhe von 150.000 Euro bei Gesamtkosten von rund 450.000 Euro. 50.000 Euro gibt der Bezirk Altona dazu, 100.000 Euro kommen von der Stadt Hamburg. Aus Eigenmitteln der Landesorganisation und des Bundesverbands sowie der Bezirksgruppe Altona bringen die Lebensretter ihrerseits 150.000 Euro auf. Die dann noch fehlenden 150.000 Euro sollen durch Spenden eingeworben werden.
Dazu haben sich die Retter etwas einfallen lassen: Wer eine besonders große Spende springen lässt, kann sich seinen Namen auf eine der 28 Stufen eingravieren lassen. Andere Sponsoren, die mit mindestens 250 Euro dabei sind, werden auf einer Tafel im Inneren der Station verewigt. Weiter Infos sowie Kontakt unter www.hh.dlrg.de im Internet.
Kein Badestrand:
Das Elbufer zwischen Blankenese und Wittenbergen: Hier finden sich traumhafte Sandstrände, die Ufer sind zum großen Teil nicht betoniert. Das verführt zur irrigen Annahme, hier könne man schon mal ins tiefe Wasser gehen. Doch es droht Lebensgefahr, warnt Odiri Hilgendorf, Leiter der DLRG-Rettungswache Wittenbergen: „Das ist kein Badegewässer, sondern eine Schifffahrtstraße.“ Zieht ein größerer Frachter vorbei, bringt dieser Wellen, die anschließend einen Sog verursachen und ein Kleinkind mitreißen können. Starke Strömungen können auch guten Schwimmern gefährlich werden.
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