Das Rätsel um den Kreisel von Ottensen

Endlich sind die Bauarbeiten zwischen Daimlerstraße und Gasstraße beendet, und die Anwohner können dort einen wunderschönen, neuen Kreisel bewundern. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass da etwas nicht stimmt. Die aus Ottensen heranführenden Fahrradwege zu beiden Seiten der Straße enden im Nirwana (siehe Foto) – es gibt hier keine Fahrradwege und auch keine Anzeichen, dass sich daran noch irgendetwas ändern soll. Fast sieht es so aus, als hätten die Stadtplaner versehentlich den verkehrten Kreisel eingebaut, so als wäre es ein vertauschtes Puzzlestück.

Was ist da bloß passiert, fragt sich der verwunderte Verkehrsteilnehmer, da ja laut Koalitionsvertrag „Radverkehr ... in der Hamburger Verkehrspolitik einen deutlichen Stellenwert“ bekommen und „eine feste Größe in der Planung von Straßenbaumaßnahmen“ sein soll. Konkret sollen „bei Grundinstandsetzungen und Sanierungsmaßnahmen an der entsprechenden Stelle parallel Verbesserungen für den Radverkehr umgesetzt werden“.

Nun kommt das große Rätselraten für die Fahrradfahrer: welche versteckten Verbesserungen haben sich die Verkehrsplaner hier wohl ausgedacht? Ist der plötzlich endende Fahrradweg ein Appell, sich vom anstrengenden Fahrradfahren auch mal auszuruhen und das Fahrrad lieber ganz entspannt zu schieben? Ruhe statt Hektik, den Reiz der Langsamkeit neu entdecken – könnte das der Sinn sein?

Hierauf deutet auch der freundliche Verkehrspolizist, der nun hier eingesetzt wird, um zu Stoßzeiten der Max-Brauer-Schule darauf zu achten, dass an dieser Stelle wirklich alle Fahrradfahrer absteigen.

Ein Trost für diejenigen Radfahrer, die sich auf die neue Langsamkeit nicht einlassen möchten: im Koalitionsvertrag steht auch, dass die Radwegebenutzungspflicht eingeschränkt werden soll, so dass man in Zukunft lieber gleich auf der Straße fahren kann.
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2 Kommentare
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Michael den Hoet aus Bahrenfeld | 12.07.2015 | 00:53  
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Michael den Hoet aus Bahrenfeld | 26.07.2015 | 20:30  
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