Das Grün soll wilder werden

Wo heute noch Rasen, Rhododendren und Tulpen in Reih und Glied zu finden sind, sollen in Zukunft bunte Wildblumenwiesen, alte Bäume, Totholz und bewachsene Ufer Lebensraum für mehr Tier- und Pflanzenarten bieten. Foto: BUE

Umweltministerium will mit 22 Millionen Euro Hamburgs Grünflächen umgestalten – Ziel: mehr Artenfvielfalt

Gaby Pöpleu, Hamburg
Weg mit dem Rasen, jetzt gibt’s Wiesen: Der Lise-Meitner-Park und der Wesselhoeftpark sollen natürlicher werden, in den Naturschutzgebieten Schnaakenmoor und Wittenbergen sollen bessere Naturerlebnisse möglich sein, dazu soll von Blankenese bis Rissen ein Verbund von Trockenlebensräumen entstehen. Das Bundesumweltministerium investiert bis 2031 hamburgweit knapp 22 Millionen Euro aus dem Programm „chance.natur – Bundesförder-ung Naturschutz“ (siehe Infotext unten) in die Umgestaltung von Parks, Naturschutzgebieten und Straßenbegleitgrün.„Natürlich Hamburg“ heißt das auf 14 Jahre angelegte Großprojekt. Damit ist die Hansestadt die erste Großstadt, der dieser Geldsegen für wildere Grünflächen zuteil wird. In der Umweltbehörde hofft man auf eine Eindämmung des Artensterbens durch mehr Naturbelassenheit. Umweltsenator Kerstan: „Wir wollen zeigen, dass naturbelassene Bereiche auch in gepflegte Parks passen.“
Die ersten Phase bis 2021 wird „Projekt 1“ genannt. 2,9 Millionen Euro sollen zunächst investiert werden, 2,1 Millionen zahlt der Bund, 800.000 Euro muss Hamburg aus dem Hauhalt beisteuern.

Parks, Natuschutzgebiete, Ausfallstraßen

Die Maßnahmen zielen vor allem auf Parks und Naturschutzgebiete: In Parks soll es mehr naturbelassene Bereiche geben. Artenreiche Blumenwiesen sollen öde Rasenflächen mit Tulpenbeeten, Wildstauden sollen importierte Pflanzen ersetzen. Alte Bäume und Totholz soll nicht mehr weggeräumt werden.Naturschutzgebiete sollen dagegen „behutsam“ durch Wege, Erklärungen und Aussichtspunkte mehr Naturerlebnis ermöglichen. Aber auch das Straßenbegleitgrün von vier großen Ausfallstraßen, darunter die B431 (Osdorfer Weg/ Osdorfer Landstraße/ Sülldorfer Landstraße/ Wedeler Landstraße) bis Rissen wird für eine naturnahe Umgestaltung ins Visier genommen.
In Projekt 1 wird zunächst geprüft, in welchem Zustand sich die Flächen befinden, dazu kommen erste sichtbare Maßnahmen in Planten un Blomen und in den Wallanlagen. Als erstes Naturschutzgebiet wird dann schon das Schnaakenmoor in Rissen in Angriff genommen. Ein beschilderter Rundweg, Schautafeln oder eine Naturerlebnis-App sind denkbare Maßnahmen, um es besucherfreundlicher zu machen. In „Projekt 2“ von 2022 bis 2031 sollen mit 21,8 Millionen Euro hamburgweit 21 Parks und Grünanlagen, 19 Naturschutzgebiete umgestaltet werden.

Fördergeld vom Bund
Das Förderprogramm „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ des Bundesumweltministeriums gibt es seit 1979. Damit können Gebiete gefördert werden, die „im nationalen und internationalen Interesse“ besonders wertvoll und typisch für einen bestimmten Lebensraumtyp sind. In Hamburg sind das zum Beispiel die Geest, das schleswig-holsteinische Hügelland und das Elbe-Urstromtal. Bisher wurden 79 Großprojekte gefördert, vorwiegend im ländlichen Raum. seit 2007 gibt es den neuen Förderschwerpunkt „Urbane/industrielle Landschaften“.
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Petra Weinstein aus Harburg | 27.12.2017 | 18:28  
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