Das alte Wasserwerk ist verkauft!

Das alte Wasserwerk am Falkensteiner Ufer ist ein Trummm von Gebäude: Für den bisherigen Eigentümer, den Versorgungsbetrieb Hamburg Wasser, war der Unterhalt im Laufe der Jahre zu teuer geworden. (Foto: cvs)

„Waterworks“ am Falkensteiner Ufer: Neue Eigentümerin will das Anwesen restaurieren lassen – halböffentliche Nutzung geplant

Christopher von Savigny, Blankenese - Für sie sei das Projekt eine „Herzensangelegenheit“ gewesen, sagt Stephanie Siewert. „Wir wollten es unbedingt haben!“ Zusammen mit ihrem Lebensgefährten hat Siewert kürzlich das alte Wasserwerk am Falkensteiner Ufer gekauft. Die neue Eigentümerin möchte das historisch wertvolle Pumpwerk, das bis in die 60er Jahre hinein in Betrieb war, bis Ende 2016 restaurieren lassen. Geplant sind rund sieben bis acht Wohnungen – eine davon will Siewert mit ihrer Familie selbst nutzen.
Die sechs Wohnungen, die es dort bereits gibt und die an Mitarbeiter von Hamburg Wasser vermietet sind, bleiben bestehen. Die Pumpenhalle soll zu einer Art Privatmuseum ausgebaut werden, das parallel als Veranstaltungsraum für Konzerte, Ausstellungen und Lesungen dienen könnte. Zum Kaufpreis möchte Siewert gegenüber dem Wochenblatt nichts sagen – laut Presseberichten soll er bei gut drei Millionen Euro liegen. Die Renovierung des denkmalgeschützten Ensembles dürfte mindestens noch einmal soviel kosten.
Für Siewert, die selbst aus den Elbvororten stammt, kam der Kauf vor allem dank einer gehörigen Portion Glück zustande: „Wir waren im Urlaub und wussten nicht, dass es zum Verkauf stand“, berichtet sie. Ein Freund habe sie angerufen und ihr davon erzählt. „Die Begeisterung war so groß, dass sich das wohl auch in unserem Gebot niedergeschlagen hat“, lacht Siewert. Das Anwesen umfasst über das Gebäude hinaus einen Teil des knapp 18.000 Quadratmeter großen Grundstücks, das durch die Straße geteilt wird. Die bislang eingezäunte und mit Apfelbäumen bestandene Fläche am Elbufer soll der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Das markante backsteinerne Gebäude am Elbufer spielt eine bedeutende Rolle in Hamburgs Geschichte: Allein seine damals hochmoderne Filtertechnik bewahrte im Jahr 1892 die Bevölkerung im Hamburger Westen davor, an der Cholera zu erkranken. Der übrige Teil der Stadt hingegen bezog sein Trinkwasser ungefiltert aus der Elbe. Die Folge: Mehr als 8.000 Menschen starben an der damals weit verbreiteten Infektionskrankheit.
Seit rund 50 Jahren gewinnt die Hansestadt ihr Trinkwasser nicht mehr aus der Elbe, sondern aus dem Boden. Gebaut wurde das Pumpwerk 1858/59 von dem englischen Ingenieur James Wilson. Eine Plakette an der Außenwand mit der Inschrift „Altona Waterworks York & Co“ erinnert noch heute an den britischen Baumeister.
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