Bunte Bretter auf dem Friedhof

Schon mitten im Sommer beschäftigten sich die Konfirmanden mit dem Thema Tod und malten „Seelenbretter“. Diese wurden auf dem Blankeneser Friedhof gemeinsam mit dessen Leiterin Ulrike Drechsler aufgestellt. Hier werden die farbenfrohen Stelen zum Gedenken an die Toten bleiben und besonders jetzt im Winter fröhliche Stimmung verbreiten. (Foto: peters)

Jugendliche bemalten Holzbretter, die an die Toten auf dem Blankeneser Friedhof erinnern

Blankenese – Wer den Friedhof Blankenese besucht, sieht dort aufgestellte Bretter. Alle sind bunt bemalt. Surfbretter sind es nicht. Aber wozu dienen sie? Wer hat sie errichtet?
Ein Herz auf grünem Grund, eine Sonne am blauen Himmel und ein Blümchen: „Das Herz ist ein Symbol für die Liebe, die über den Tod hinaus anhält“, erklärt Kira. Sie ist eine der 29 Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Sülldorf-Iserbrook, die sich seit Herbst vergangenen Jahres mit dem Thema Tod beschäftigten. Auf neun einfache Holzbretter sprühten oder malten sie Motive. So entstanden die so genannten „Seelenbretter“.

Seelenbretter sollen an die Verstorbenen erinnern

Martha erklärt den Zweck der Seelenbretter: „Manche Gräber sehen aus, als seien die Toten vergessen. Deshalb haben wir dieses Seelenbrett gemalt. Das zeigt: Egal, ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint, man kann an die Verstorbenen denken und ab und zu auch zum Grab gehen.“
Die Idee zu diesem Konfirmanden-Projekt hatten Ulrike Drechsler, die den Friedhof leitet, und Pastorin Susanne Peters. Angeregt wurden sie dazu von der Künstlerin Bali Tollak. Sie stellte im vergangenen Jahr ihre bunt gestalteten Seelenbretter auf dem Friedhof Blankenese aus.
Seelenbretter sind zwar hier in Hamburg neu, aber in Bayern gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert die Tradition der Totenbretter. Das waren früher die hölzerne Unterlage, auf denen Tote bis zum Begräbnis – meist im heimischen Wohnzimmer – aufgebahrt wurden.
Anschließend, nach dem begräbnis, wurden die Bretter mit einer Widmung, dem Namen sowie den Geburts- und Todesdaten des Verstorbenen versehen und zur Erinnerung an ihn am Wegesrand oder an -kreuzungen aufgestellt.
Auch die Seelenbretter der Jugendlichen bleiben im Bibelgarten des Friedhofes stehen. Anders als ihre historischen Vorbilder wurden sie mit einer Lackschicht überzogen, um Wind und Wetter standzu-
halten.
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