Bürgerprotest gegen Waseberg-Radrennen

Die Steigung am Waseberg in Blankenese gilt für Teilnehmer der Cyclassics als besondere Herausforderung. Jetzt hat ein Veranstalter die Genehmigung für ein weiteres Rennen beantragt, das nur am Falkentaler Weg / Waseberg stattfinden soll. Der Name des Events: „Waseberg King“. Foto: p

Rot-Grün kritisiert „Festivalisierung des öffentlichen Raums“ –
CDU spricht von „Spaßverderbern“

Von Reinhard Schwarz. Streit um eine zusätzliche Waseberg-Sperrung: Ein Veranstalter plant für den 31. Mai – oder alternativ – am 14. Juni ein Radrennen in Blankenese. Die Bürger laufen Sturm gegen das Vorhaben. „Waseberg King“ tauften die Veranstalter die Radtour. Start ist am Falkentaler Weg, der in einer Rechtskurve in den Waseberg mündet. Endpunkt des Rennens soll an der Kreuzung Richard-Dehmel-Straße/ Bismarckstein sein. „Es kann nicht sein, dass wir im Sommer an jedem zweiten Sonntag nicht erreichbar sind“, kritisiert Helmut Wichmann, stellvertretender Vorsitzender des Blankeneser Bürger-Vereins.
Rückendeckung erhält der Bürgerverein von Rot-Grün. Unter der Überschrift „Keine weitere Festivalisierung von öffentlichen Räumen“ wenden sich SPD und Grüne gegen das zusätzliche Radsport-Event. So könne die Buslinie 48, im Volksmund als „Bergziege“ bekannt, in der Zeit des Events von 14 bis 22 Uhr nicht fahren. Anwohner, die aus Altersgründen auf Bus oder Pkw angewiesen sind, seien von der Verkehrsanbindung abgeschnitten. „Ein weiteres Wochenende mit Busausfällen im Sommer ist daher nicht mehr hinzunehmen“, heißt es in einem Antrag von SPD und Grünen.
Gegenwind kommt von der CDU Altona. Von einer „Spaßverderber-Gesellschaft“ spricht Sprecher Jan Hielscher. „Wir lehnen den Antrag von SPD und Grünen ab. Wir begrüßen diese Sportveranstaltung. Da gibt es durchaus andere Bereiche Hamburgs, die wesentlich stärker belastet sind wie etwa St. Pauli. “
Grünen-Politikerin Eva Botzenhart hält dagegen: „Wir sind keine Spaßverhinderer, vielmehr geht es um die Abwägung von Einschränkungen, die man den Leuten zumutet.“ Auch Pflegedienste könnten während der Straßensperrungen ihre Klienten nicht erreichen. Osterfeuer, Cyclassics, Marathonlauf - die Nachbarn dieser Events seien von einer zunehmenden „Festivalisierung“ betroffen, kritisiert Henrik Strate (SPD): „Die Anwohner leiden unter Lärm, Müll und Schmutz.“
Das Thema soll Montag, 17. Februar, ab 18 Uhr im Verkehrsausschuss des Bezirks im Kollegienssaal des Altonaer Rathauses verhandelt werden.
Bergrennen "Waseberg King"
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