Breitet sich die Krankheit aus?

Sie sind wendig, schnell und hochgezüchtet – Pferde, die beim Polo mithalten können, werden weltweit gehandelt. Die besten kommen aus Argentinien. Foto: pr

Pferdeseuche EIA: Jetzt auch ein Pferd im Kreis Pinneberg befallen

Gaby Pöpleu, Osdorf
Die Reiter im Hamburger Westen müssen weiter um ihre Tiere bangen. Die tödliche Pferdekrankheit hat sich offenbar ausgebreitet: Nach drei Fällen in Osdorfer Polopferde-Gestüten Ende Juni wurde in der vergangenen Woche bekannt, dass ein weiteres Pferd von der ansteckenden Blutarmut der Einhufer (Equine Infektiöse Anämie EIA, siehe Kasten) befallen wurde, diesmal auf dem Gestüt von Pologröße Christopher Kirsch in Groß-Offenseth-Aspern (Kreis Pinneberg). Besonders tragisch: Auch diese 14-jährige Zuchtstute musste getötet werden, obwohl sie keine Krankheitszeichen erkennen ließ.

Doch die Reiter scheinen besonnen mit der Gefahr umzugehen. Alexander Ramcke vom Sülldorfer Zucht- und Pensionsstall Ramcke hat keine Angst vor der Krankheit: „Wir sind fünf Kilometer entfernt, soweit fliegen Mücken nicht.“ Schließlich lebe das Virus in ihnen nur 30 Minuten. Auch seine Kunden gehen entspannt mit der Gefahr um. Ein Pensionspferd, das früher in Osdorf untergebracht war, wurde auf Initiative der Besitzer getestet – Entwarnung: Es ist gesund!Eine Entwarnung wird es so schnell für die Osdorfer Reiter nicht geben: Rund einen Kilometer um die betroffenen Höfe wurde ein Sperrbezirk eingerichtet. Dort herrscht eigentlich Stallpflicht. „Aus Tierschutzgründen“ habe man die für einzelne Halter aber inzwischen gelockert, erklärt Bezirksamtssprecher Martin Roehl.
Bis zum Oktober bleibt der Sperrbezirk bestehen
Der Sperrbezirk bleibt auf jeden Fall bis Mitte Oktober bestehen. Dann kann er – wenn nach einer zweiten Untersuchung keine neuen Fälle aufgetreten sind – aufgehoben werden. Derzeit dürfen keine Pferde aus dem Sperrgebiet, das die Osdorfer Feldmark bis zur Grenze nach Schenefeld umfasst, herausgebracht werden. Inzwischen sind alle gemeldeten 230 Einhufer untersucht worden – es gab im Bezirk Altona keine weiteren Fälle. Wie sich die drei Polopferde angesteckt haben, wird derzeit noch erforscht.


Heimtückische Krankheit
Die Equine Infektöse Anämie (EIA) befällt nur Einhufer, also Pferde, Esel, Maultiere oder Zebras. Menschen können sich nicht anstecken. Die Krankheit muss den Behörden gemeldet werden.EIA wird überdas Blut durch stechende Insekten übertragen. In den Insekten überlebt das Virus nur höchsten 30 Minuten.
Die Krankheit bricht bei zwei Drittel der infizierte Tiere tatsächlich aus. Typisch sind unerklärliche Fieberschübe, punktuelle Blutungen, Apathie, blasse Schleimhäute. Die tödliche Pferdekrankheit kann nicht behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht. Befallene Tiere müssen getötet werden, weil sie ihr Leben lang anste-ckend bleiben.
EIA ist weltweit verbreitet, gehäuft in Asien, Osteuropa und Südamerika. In Deutschland gab es Fälle in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg und jetzt auch in Schleswig-Holstein.

(Quelle: Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit)
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