Breiterer Radweg, Parkplätze weg

Grade gibt es eine Verkehrslücke, doch die nächsten Laster kommen schon angerauscht: Daniel Bullinger, John Kettler, Claus von Rosen und Sandra Carstensen (hinten, v.l.) mit Clara, Mia und Clemens hätten Angst, auf einem Radweg auf der Straße so nah an den Autos unterwegs zu sein. Foto: jve

Osdorfer Weg: Anwohner protestieren gegen
den Umbau der Straße

Julia Vellguth, Bahrenfeld
Am Osdorfer Weg könnte es bald ein ähnliches Parkchaos wie in Eimsbüttel oder Ottensen geben: Im Zuge der Straßensanierung zwischen Zum Hünengrab und der A7 sollen 36 Park- und Halteplätze wegfallen. Die Anwohner befürchten ein Parkchaos.Im Frühsommer tauchten erste Gerüchte auf: Mit den Bauarbeiten ab Sommer 2018 sollen alle Parkplätze auf der Südseite des Osdorfer Wegs vom Kalck- reuthweg bis zur Ebertallee verschwinden. Dafür soll der Radweg auf 2,25 Meter verbreitert und auf die Straße verlegt werden. Anwohnerin Sandra Carstensen informierte per Handzettel ihre Nachbarn, die Empörung war groß. Für Sandra Carstensen ist klar: „Das wird ein Verteilungskampf um die Parkplätze.“ Autofahrer müssten auf die ruhigen Seitenstraßen ausweichen, weite Laufwege inklusive.
Aber die Anlieger sehen noch weitere Probleme. „Einige befürworten einen breiten Radweg, aber ich würde ihn nicht benutzen. Unsere Straße ist ein Autobahnzubringer, die 40-Tonner rasen an einem vorbei“, meint John Kettler. „Wir alle trauen uns nicht, auf der Straße zu fahren“, stimmt ihm Sandra Carstensen zu. Auch Kinder würden hier sicher nicht radeln – bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie allerdings auch den Gehweg benutzen.
Es formiert sich Widerstand: Rund 70 Anwohner reichten beim Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung eine 20-seitige Stellungnahme ein und erwirkten immerhin die Zusage zu einer Überarbeitung der Pläne sowie eine separate Ortsbegehung für die Grundschule, die bisher nicht informiert worden war.
„Man gab uns im Verkehrsausschuss das Gefühl, dass wir nur Interesse an Parkplätzen haben und uns die Bäume egal sind. Das stimmt aber nicht“, erklärt Sandra Carstensen.
Denn die Bäume sind auch in Gefahr. „An den Planungen wird weiter gearbeitet. Eine mögliche Anordnung von Parkplätzen im Mittelstreifen wird derzeit geprüft. Das würde jedoch zu Las-ten des Baumbestands gehen“, so Christian Füldner, Pressesprecher der zuständigen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI). Eltern, die ihre Kinder zur Grundschule fahren, kann er beruhigen: Sie können wie gewohnt vor der Schule halten.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.