Bloß keine Autos!

So kann's gehen: Bereits beim Bau der A7 im Jahr 1972 war in Höhe des Bahrenfelder Lutherparks eine Behelfsbrücke zum Einsatz gekommen. Foto: pr

Wohnen am Volkspark: Umfrageteilnehmer geben Radfahrern und Fußgängern Vorrang

Ch. v. Savigny, Hamburg West
Die Stadt Hamburg hat jetzt die Ergebnisse eines Online-Beteiligungsverfahrens veröffentlicht, das sich um das Thema „Wohnen im Volkspark“ dreht. Bis Ende letzten Jahres war die Internetseite freigeschaltet. Das Ergebnis der Befragung: Praktisch alle Teilnehmer wünschen sich mehr Rad- und Fußgängerwege – während der Autoverkehr nach Meinung der Beteiligten möglichst aus dem neuen Quartier herausgehalten werden soll. Im Zentrum der Kritik steht nach wie vor die Verlängerung des Holstenkamps, gegen die sich auch eine lokale Initiative zur Wehr setzt (das Wochenblatt berichtete). „Die Botschaft ist, dass die Bevölkerung diese Straße zu 100 Prozent ablehnt“, sagt Christian Michalke von der Bürgerinitiative (BI) Volkspark.
Am südlichen Rand des Altonaer Volksparks entstehen ab 2020 etwa 2.200 Wohnungen. Um das Gebiet verkehrstechnisch anzuschließen, soll der Holstenkamp, der – von Osten kommend – bislang in einer Sackgasse endet, quer über die A7 und den neuen Autobahndeckel hinweg fortgesetzt werden. Zwar sind entsprechende Lärmschutzmaßnahmen geplant, doch die Initiative fürchtet vor allem, dass die Straße als neue Abkürzung und Ausweichstrecke in Richtung Lurup genutzt werden könnte.
In den insgesamt 108 Bürgerbeiträgen wird unter anderem der Vorschlag gemacht, den Verkehr nördlich via Rondenbarg, Schnackenburgallee und Stadionstraße um den gesamten Volkspark herumzuführen. Vorteil: Die vorgeschlagene Route würde großteils durch Gewerbegebiete gehen.

Den künftigen Holstenkamp hingegen stellt sich die überwiegende Mehrheit als reine Radfahrer- und Fußgängerverbindung vor. Weiterhin ist den Teilnehmern wichtig, dass während der – voraussichtlich – siebenjährigen Bauzeit eine Behelfsbrücke über die A7 für den nicht motorisierten Verkehr stehen bleibt. Um den Verkehr weiter zu entschleunigen, werden zudem Tempo-30-Zonen, Zebrastreifen und Verkehrskreisel gefordert. Überzeugende Car-Sharing-Konzepte sowie eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Die BI Volkspark setzt sich außerdem für einen Radschnellweg ein, der vom Osdorfer Born bis zum neuen Fernbahnhof Diebsteich führen würde. Radschnellwege zeichnen sich dadurch aus, dass Radfahrer (praktisch) durchgängig Vorfahrt haben, Ampeln und/oder Kreuzungen sind im Allgemeinen nicht vorgesehen. Über einen entsprechenden Antrag der Initiative diskutierte am vergangenen Montag (nach Redaktionsschluss) der Altonaer Verkehrsausschuss.

❱❱ www.hamburg.de/fernstrassen/beteiligungsverfahren-holstenkamp
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