Blankenese - ein Sündenbabel?

Werden in Blankeneser Parks wilde Partys mit Vandalismus und Vermüllung gefeiert? Foto: panthermedia

CDU geißelt Vandalismus, Alkoholgelage und Drogenmissbrauch

Von Reinhard Schwarz/Marieke Schlegel
Vandalismus, Alkoholmissbrauch, harte und weiche Drogen: Der CDU zufolge sind die Parks in den Elbvororten Schauplatz wilder Partys. Besonders schlimm sei es in den Grünanlagen Blankeneses, erklärt Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien (CDU): „Es versammeln sich dort große Gruppen junger Menschen zu Gelagen, bei denen der Alkohol in Strömen fließt, sowie Cannabis und auch härtere Drogen konsumiert werden.“ Der Vorwurf: Der SPD-Senat und das sozialdemokratisch geführte Bezirksamt Altona würden tatenlos zusehen.
Reaktionen aus der Politik
Die so Gescholtenen wollen die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. „Dass der Gesamtzustand nicht befriedigend ist, dem stimme ich zu“, erklärt Bezirksabgeordneter Wolfgang Kaeser (SPD). „Aber die CDU hat es in den zehn Jahren ihrer Regierungzeit im Senat auch nicht geschafft, das Problem zu lösen.“ Die Attacken Priens seien „heuchlerisch“ und „reiner Wahlkampf“.
Was sagen Jugendliche?
Simon und Sophie (beide 18, aus Blankenese): „Das ist vollkommen überspitzt und auch kein spezielles Problem der Elbvororte, sondern wenn überhaupt von ganz Hamburg.“ Darüber hinaus kämen die Übeltäter aus anderen Stadtteilen, sind sich die beiden sicher.
Vivica von Daacke und Pauline Möller (beide 18, Schülerinnen aus Blankenese) meinen: „In den Elbvororten gibt es doch keine anderen Möglichkeiten, sich zu treffen. Im Goßlers Park wird vielleicht etwas gefeiert, aber die Darstellung ist eindeutig übertrieben. Meistens wird Bier getrunken.“
Was sagen die Behörden?
Das Bezirksamt Altona erklärte: „Neben der wöchentlichen Leerung der Müllbehälter durch eine Fremdfirma findet einmal wöchentlich eine Reinigung der Flächen durch den Bauhof statt.“
Was meinen Anwohner?
„Die Bushaltestellen am Mühlenberg in Blankenese entwickeln sich zu einem Treffpunkt von Jugendlichen, die sich unter anderem an einem Pavillon am Hirschpark einfinden“, beschwert sich ein Anwohner (55). In dem Bereich gebe es nachts häufig Randale.

Polizei: Keine Brennpunkte

Aus einer Erklärung des Polizeikommissariats 26: „Nach hiesigen Lageerkenntnissen halten sich Personen, zu denen auch Jugendliche und Heranwachsende zählen, häufiger in Grünanlagen (insbesondere Goßlers Park, Hans-Christian-Andersen Park, Westpark) sowie im Bereich um das Einkaufszentrum Born-Center auf, die dort Alkohol beziehungsweise gelegentlich Drogen konsumieren.
Es handelt sich hierbei jedoch keinesfalls um dauerhafte Brennpunkte, die ein ständiges polizeiliches Tätigwerden erfordern würden, sondern um ein Phänomen, das an bestimmten Tagen beziehungsweise Uhrzeiten wahrnehmbar ist.
Die Polizei überprüft die genannten Örtlichkeiten verstärkt (...). In diesem Zusammenhang trifft die Polizei die erforderlichen gefahrenabwehrenden (z.B. Personalienfeststellungen, Platzverweise, Ingewahrsamnahmen) und strafverfolgenden Maßnahmen. Darüber hinaus werden auch erzieherische und normenverdeutlichende Gespräche durch die Polizei geführt. (...)“
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