Bahn in den Born: Es tut sich was

Möglichkeiten: Von Lokstedt oder Hoheluft aus wird eine Süd- oder eine Nordtrasse geprüft – jeweils als U-Bahn-Strecke (blaue Linien) oder als S-Bahn-Strecke (grüne Linien). Die untere Trasse vom S-Bahnhof Ottensen (Einweihung für 2020 geplant) ist für den Senat vom Tisch. grafik: hochbahn

S- oder U-Bahn: Senat lässt zwei Strecken prüfen

Carsten Vitt, Hamburg-West

Hamburgs Stadtregierung hat zwei Routen für die Schienenanbindung des Hamburger Westens ausgewählt. Laut einem Sprecher des Senats wird es entweder eine U-Bahn von Stellingen über Lurup in den Osdorfer Born oder eine zusätzliche S-Bahn von Diebsteich aus über Bahrenfeld und Lurup in den Osdorfer Born geben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist geplant?
Mit der neuen U-Bahn-Linie 5 sollen Stadtteile wie Bramfeld und Steilshoop im Osten und der Osdorfer Born und Lurup im Westen an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden. Der Hochhaussiedlung Osdorfer Born wurde Anfang der 1970er-Jahre eine U-Bahn versprochen, bis heute aber nicht realisiert. Nun hat der Senat offenbar zwei bevorzugte Varianten ausgewählt. „Wir wollen bald entscheiden, ob zusätzlich eine U-Bahn oder eine S-Bahn nach Lurup und in den Osdorfer Born geführt wird. Entweder werden wir eine U-Bahn von Stellingen aus zum Born bauen oder eine S-Bahn vom neuen Fernbahnhof Altona-Diebsteich durch Bahrenfeld. Momentan wird untersucht, welche Variante am besten ist“, sagt Sprecher Jörg Schmoll auf Anfrage des Elbe Wochenblatts. Hamburgs Regierung legt sich damit erstmals auf Routen fest. Bisher gab es Diskussionen über sieben verschiedene Varianten, wahlweise als S- oder U-Bahn. Eine südliche U-Bahn-Trasse durch Ottensen und Altona ist offenbar vom Tisch.

Steht der Bau nun fest?
Nein, noch sind es Überlegungen. Für den Hamburger Osten wird der Bau konkret geplant. Auch für den Abzweig der U 5 in Richtung Eimsbüttel / Lokstedt gibt es bereits mögliche Streckenverläufe. Für Hamburgs Westen wollte sich die Politik bisher nicht auf eine Variante festlegen. Die Bürgerschaft hatte zuletzt vom Senat gefordert, drei Trassen für die Schienenanbindung des Hamburger Westens auszuwählen. Laut Senatssprecher wird voraussichtlich am 17. Februar im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft über die vorgeschlagenen Varianten diskutiert.
Verkehrsinitiativen und Bezirkspolitiker aus Altona hatten zuletzt kritisiert, dass es für die Bahn in den Westen nur Überlegungen gibt, während für den Hamburger Osten bereits geplant wird. Im rot-grünen Koalitionsvertrag war zudem vereinbart worden, die Planungen für die Strecken Ost und West gleichzeitig zu beginnen.

Fakten
Länge der geplanten Linie U5: Etwa 30 Kilometer
Kosten (geschätzt):
 2,4 bis 3,6 Milliarden Euro
Baubeginn: Etwa 2020 in Bramfeld/Steilshoop
Bauzeit (gesamt):
etwa 15 Jahre

„Gut mit dem Bus zur Elbgaustraße“

Schienenanbindung: Das sagt der Senat im Wortlaut

Der Osdorfer Born wird 50 Jahre alt. Nutzt die Stadtregierung diesen Anlass, um die Erreichbarkeit des Stadtteils zu verbessern? Wird es zum Jubiläum etwas mit der lang ersehnten Schienenanbindung? Löst Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), gebürtiger Altonaer, das SPD-Versprechen von 1974 ein? Das Elbe Wochenblatt fragte beim Senat nach, hier die Antwort des Sprechers Jörg Schmoll im Wortlaut: „Die S-Bahn-Station für die Luruper und auch für viele Osdorfer ist derzeit die Station Elbgaustraße, die man mit vielen Bussen sehr gut erreichen kann. Wir haben außerdem die Metrobuslinie 3 deutlich beschleunigt und komfortabler gemacht. Man kommt dadurch besser und schneller nach Altona. Wir wollen bald entscheiden, ob zusätzlich eine U-Bahn oder eine S-Bahn nach Lurup und in den Osdorfer Born geführt wird. Entweder werden wir eine U-Bahn von Stellingen aus zum Born bauen oder eine S-Bahn vom neuen Fernbahnhof Altona-Diebsteich durch Bahrenfeld. Momentan wird untersucht, welche Variante am besten ist.“

CDU: Süd-Trasse ist besser
Bahn in den Westen: Skepsis bei der Opposition

Bei der CDU in Altona ist man nach wie vor skeptisch, ob es was wird mit der Bahn in den Westen. „Aber es ist gut, dass endlich darüber nachgedacht wird, wie eine Bahn in den Westen kommt. Das ist ein Anfang“, sagt Uwe Szczesny, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung, zu den Plänen des Senats. Aus Altonaer Sicht sei eine Süd-Trasse besser, da so mehr Menschen von der neuen Bahn profitieren könnten. In Bahrenfeld zum Beispiel entstünden an der Trabrennbahn, am Volkspark und auf dem Autobahndeckel Quartiere mit tausenden neuen Wohnungen. „Eine Nord-Trasse ist für Eimsbüttel besser, aber nicht für Altona“, so Szczesny Auf alle Fälle müssten die Arenen in Bahrenfeld an die neue Linie angebunden werden, fordert Szczesny.
Der CDU-Politiker sieht bessere Chancen auf eine Realisierung, wenn eine konkrete Linie geplant wird. Denn nur so ließen sich beim Bund Gelder beantragen. „Hamburg muss dafür relativ schnell eine vernünftige Anfangsplanung machen.“ Klar sei: Ohne Hilfe vom Bund kann Hamburg die Bahn nicht bezahlen.
Der Senat müsse innerhalb der nächsten zwei Jahre verlässlich klären, wie eine Bahn in den Westen gebaut werden kann. „Bürger und Politiker wollen nicht länger das Gefühl haben: Wir werden hingehalten“, so Szczesny. CV
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