Angst, in die Luft zu fliegen

Ganz schön nah: Hajo Hildebrandt am Trennzaun, der nur wenige Meter von seiner Wohnung verläuft. Dahinter tragen Bagger eines Kampfmittel-Bergungsunternehmens Erde ab. (Foto: tischler)

Wenn auf dem Nachbargrundstück nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht wird – Erfahrungen des Ehepaares Hildebrandt

Markus Tischler, Osdorf – Als die Bagger kamen, schliefen die Hildebrandts noch friedlich in ihren Betten. Nur ein paar Meter von ihrer Wohnung entfernt, wurde auf einer Fläche der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne begonnen, Erde abzutragen. Nachdem Hajo Hildebrandt dann feststellte, dass am Zaun das Logo einer Kampfmittel-Beseitigung spezialisierten Firma prangte, war er im höchten Maße besorgt. „Man hört ja immer wieder davon, dass Blindgänger gefunden werden. Aber ich habe früher nicht so viel darüber nachgedacht“, erinnert sich seine Frau Ute.

"Schlaflose Nächte hatte ich deswegen nicht“


Allerdings: Die ganze Aufregung war umsonst, die Erklärung wenig spektakulär. Auf dem Kasernengelände sollen weitere Flüchtlinge untergebracht werden, bis Mitte 2017 sollen Massivbauten mit rund 690 Plätze entstehen. Vor dem Start der Bauarbeiten muss das Gelände erst einmal routinemäßig untersucht werden.
Das große Banner am Eingang der Baustelle am Blomkamp, auf dem auf die Arbeiten hingewiesen wird, hatte Familie Hilde-brandt übersehen. Hajo Hilde-brandt fiel zudem ein, dass bereits Wochen zuvor eine Untersuchung des Geländes stattgefunden hatte. „Mir war nur nicht klar, welche Konsequenzen das hat und nun auch so nah am Zaun Erde abgetragen wird.“
Trotz der anfänglichen Sorge betont er heute: „Schlaflose Nächte hatte ich deswegen nicht.“ Denn: Wäre tatsächlich ein Blindgänger gefunden worden, dann wäre der Kampfmittelräumdienst der Hamburger Feuerwehr angerückt, und das Gelände wäre vor der Bergung der Bombe evakuiert worden.
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