Am Hörgensweg wird gebaut

Ein neues Wohnquartier wird am Hörgensweg gebaut (Symbolfoto). Foto: cv

Bezirksamt genehmigt 350 Wohnungen für Flüchtlinge – Bürgerinitiative kritisiert Entscheidung

Carsten Vitt, Eidelstedt

Das Bezirksamt Eimsbüttel und der Senat ziehen das umstrittene Quartier am Hörgensweg durch. War ja auch angekündigt. Seit Monaten.
Kurz vor Weihnachten hat das Bezirksamt die Baugenehmigung für 350 Wohnungen am Hörgensweg in Eidelstedt erteilt. Das Unternehmen PGH / Fewa baut dort auf einer Brachfläche, die ursprünglich für Gewerbe vorgesehen war, ein Quartier für etwa 1.400 Geflüchtete (siehe Kasten links). In einem zweiten Bauabschnitt sind weitere 450 Sozialwohnungen geplant.
Die Bürgerinitiative „Sozial gerechtes Eidelstedt“ ist dagegen, da so ein Problemviertel nahe bereits bestehender Sozial-Siedlungen entstehen könnte. Im Sommer 2016 hat die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft einen Kompromiss ausgehandelt, um einen Bürgerentscheid gegen die Flüchtlingswohnungen abzuwenden. In einem „Bürgervertrag“ ist vorgesehen, zwar 350 Sozialwohnungen für 1.400 Flüchtlinge zu genehmigen. Es sollen aber nur 175 mit 600 bis 700 Menschen belegt werden. Die andere Hälfte soll Senioren und Azubis zur Verfügung stehen. Bis Ende 2019 soll die Zahl der Flüchtlingswohnungen auf 75 (300 Menschen) sinken.
Da ein privater Investor wie PGH/Fewa dazu nicht verpflichtet werden kann, ist bis heute unklar, ob diese Zusagen gelten. Die Eidelstedter Initiative hat daher den Bürgervertrag nicht unterzeichnet.
Bürgerinitiative zweifelt nach wie vor an Zusagen
Und nun? Sprecher Horst Klemeyer: „Leider ist die Baugenehmigung für alle 350 Wohneinheiten erteilt worden, obschon bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Weg aufgezeigt wird, wie die Hälfte der Gebäude als geförderte Wohnungen unter anderem an Studenten vermietet werden kann. Damit droht ein wesentlicher Bestandteil des Bürgervertrags, die Durchmischung von Flüchtlingen mit Einheimischen, nicht eingehalten zu werden.“ Er rechnet mit Klagen gegen die Genehmigung.
Das Bezirksamt will im laufenden Bebauungsplanverfahren für das gesamte Quartier die Vorgaben aus dem Bürgervertrag berücksichtigen, heißt es.
Der zweite Bauabschnitt könnte voraussichtlich im Frühjahr 2018 genehmigt werden.
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