Als Othmarschen noch ein Dorf war

Im Sommer 1925 wurde auf der Terrazzofläche in Groths Gesellschaftshaus getanzt. Foto: Archiv BVFO

Bürgerverein Flottbek-Othmarschen:  Neue Chronik zum 700-jährigen Jubiläum des Stadtteils

Karin Istel, Gross Flottbek
Mit viel Ausdauer und Liebe zum Detail zeichnete der achtjährige Rolf Braun Ansichten aus seinem Stadtteil Othmarschen in sein liniertes Heft. Dazu gehörte beispielsweise ein Kössenbitter, der durchs Dorf geht und zur Hochzeit lädt. In gestochen scharfer Schreibschrift verfasste der Grundschüler  Erklärungen zu den Bildern. Das war in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Welche Note seine Klassenlehrerin Loki Schmidt dem Drittklässler der Schule Hirtenweg dafür gab, ist nicht überliefert. Der Schulaufsatz „Mein Othmarschen“ ist nur einer der zahlreichen Beiträge, die die neue Chronik „Othmarschen 1317-2017“ neben zahreichen Fotos und Plänen enthält.Auf 252 Seiten im DINA4-Format wird nicht nur die die Entwicklung des Bauerndorfs zu einem Stadtteil Hamburgs gut verständlich beschrieben, auch  Othmarschers Prominente wie Otto Ernst und Siegfried Lenz werden vorgestellt. Der Röperhof als „kleiner Rest des alten Othmarschens“, der Name des Stadtteils, die Beleuchtung mittels Petroleumlampen, das Parkhotel, Schulen, Kirchen,  Vereine, Handel und Gewerbe sowie soziale Einrichtungen werden ebenfalls mit Beiträgen gewürdigt.Doch die Chronik bleibt nicht im Gestern stehen, sondern greift auch aktuelle Themen auf. Dazu gehört neben Fluglärm auch der Bau der Autobahn, die den Stadtteil immer noch zerschneidet. „Die endgültige Zerstörung des alten Othmarscher Dorfkerns vollzog sich dann in den 1960er- und 1970er-Jahren mit dem Bau der Autobahn A 7 und dem Elbtunnel“, schreibt Beilfuß in seinem Beitrag.  Und hofft unter dem Motto „Der lange Deckel kommt!“, dass die neue Flächen über der Autobahnden den auseinander gerissenen Stadtteil Othmarschen bald wieder verbinden.
 Der Geschichtsbericht ist nicht nur eine Fundgrube für historisch interessierte Leser, sondern auch ein  Buch, das mit seinen vielen Fotos auch gut gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen betrachtet werden kann. Erhältlich ist die Chronik in der Waitzstraße beim Bürgerverein Flottbek-Othmarschen (BVFO), in der VHS West, in den beiden Buchhandlungen sowie in der Liebermannstraße in der Apotheke am Teich. 
❱❱ Bürgerverein Flottbek-Othmarschen (Hg.) Othmarschen 1317-2017. Chronik zum Jubiläum252 Seeiten, zahlreiche Abbildungen (bunt/ schwarzweiß)Preis: Spende von mindestens zehn Euro für den BVFO
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