70 Jahre „Perlen“ der Kleinkunst

Kabarettist Hans Scheibner lobte „Kapitänin“ Marion Muschter: Die Rissenerin habe die Wendeltreppe durch jegliche Stürme und Klippen geführt. (Foto: ck)

Künstler gratulierten dem literarischen Kabarett Wendeltreppe zum Jubiläum –
Anfänge im Konservatorium Klein-Flottbek

Christel Köslin, HAMBURG-WEST – „Die Kleinkunst ist nicht kleinzukriegen.“ Ein Satz, der punktgenau auf die Wendeltreppe zutrifft. Das literarische Kabarett besteht jetzt 70 Jahre. Was 1946 im Konservatorium Klein-Flottbek mit Dirks Paulun und weiteren Mitstreitern wie Hans Harbeck, Carl Bay, Max Ettlinger, Hanns Kunz, Franz-Rudolf Eckardt und vielen anderen begann, ist in der Hansestadt längst zu einer Institution geworden.
70 Jahre mit wechselnden Veranstaltungsorten wie Peter Ahrweilers „rendezvous“ oder der „Taverne“ im Winterhuder Fährhaus, im „Remter“ am Dammtor oder im Künstlerkeller des Schauspielhauses hat sich die Wendeltreppe zu einer festen Größe für Künstler aller Coleur gemausert. „In der Wendeltreppe werden Perlen der Kunst mit Niveau und Geist präsentiert“, hat Hamburgs Staatsrat Carsten Brosda im Grußwort der Kulturbehörde gesagt. Auch zum 70. Geburtstag habe sich die Wendeltreppe immer noch mit Geist und Humor die Lust auf Kleinkunst bewahrt.
Beim Jubiläum im inzwischen längst liebgewonnenen Domizil im „Parlament“ des Hamburger Rathauses, wo jeden zweiten Montag im Monat die Kleinkunst präsentiert wird, gab es ein Stelldichein
illustrer Kleinkünstler. Am Rathausmarkt 1 enzündeten sie ein dreistündiges literarisches Feuerwerk und gratulierten auf ihre Weise zum Jubiläum.
Künstler wie Hans Scheibner, Christa Heise-Batt, Elisabeth Külls, Jochen Wiegandt, Gerd Spiekermann, Jasper Vogt, Christa Haas, Krischan Koch, Lilli Walzer und Ellen Obier und weitere Wendeltreppler machten dem unermüdlich wirkenden Vorstand um Marion Muschter, die Wendeltreppe-Vorsitzende aus Rissen, sowie Christa Batt, Christel Pietruszka und Hans-Rudolf Howaldt ihre Aufwartung.
Lästerlyriker Hans Scheibner sagte in seinem Grußwort, dass „Kapitänin“ Marion Muschter die Wendeltreppe durch jegliche Stürme und Klippen geführt habe und ein Ende sowieso nicht in Sicht sei. Die Wendeltreppe ist das älteste noch bestehende deutsche Kabarett – übrigens nachzulesen im Guiness-Buch der Rekorde. Rekordverdächtig ist aber auch das ehrenamtliche Engagement der Wendeltreppler, die – ohne finanzielle Förderung und Sponsoren aus der Wirtschaft – keine roten Zahlen schreiben.
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