20 Jahre Betreutes Wohnen im Treppenviertel

Sie sind sechs von acht Klienten der „Wohngruppe im Treppenviertel“: Dejana (stehend, v.l.), Jürgen, Thore, Maik und Immanuel. Vorne: Erzieher Eckhard Hölzel (l.) und Dirk. Foto: rs

Lebensziel Selbstständigkeit: In der Einrichtung der Großstadt-Mission leben acht junge Leute

Von Reinhard Schwarz. Der Duft von frisch gebackenem Kuchen ziehen durch das Haus in der Blankeneser Hauptstraße 43. Die acht Bewohner von der „Wohngruppe im Treppenviertel“ und ihre Betreuer bereiten sich auf ein bedeutsames Datum vor: das 20-jährige Bestehen der Einrichtung. Mitarbeiter der Großstadt-Mission betreuen hier junge Menschen im Alter von 21 bis 32 Jahren mit geistigen Behinderungen und Lernschwächen. „Für unsere Bewohner ist das hier ein Stück Selbstständigkeit“, erläutert Erzieher Eckhard Hölzel. Vorher lebten die Klienten von Hölzel und seinen Kollegen bei ihren Eltern.
Als Ziel gilt die eigene, betreute Wohnung, so der Erzieher. Finanziert wird das Projekt über die Eingliederungshilfe der Hansestadt.
Die „Wohngruppe im Treppenviertel“ werde mittlerweile von den Nachbarn akzeptiert. „Vor 20 Jahren hatte es noch Widerstand gegen das Projekt gegeben.“ Doch mittlerweile gebe es gute Kontakte zur Umgebung, wie etwa zum Bürgerverein. „Wir veranstalten jedes Jahr ein Sommerfest zu dem wir auch die Nachbarn einladen.“ Zur 20-Jahr-Feier am 1. Juni wurden ehemalige Bewohner, Eltern, Betreuer und auch die Nachbarn eingeladen.
Alle acht Bewohner gehen einer Beschäftigung nach, so Hölzel. „Die meisten arbeiten in den Elbe Werkstätten wie etwa in den Bereichen Holzverarbeitung, in der Küche, im Bereich Montage oder in der Abteilung Verpackung.“ Für ihre persönlichen Bedürfnisse erhalten die Betreuten ein Taschengeld, darüber hinaus werden alle anderen Kosten wie Miete und Verpflegung über die Eingliederungshilfe abgedeckt.
Morgens werden die Bewohner zur Arbeit gebracht, zum Feierabend gegen 15 Uhr kommen die Betreuer ins Haus und bleiben über Nacht bis 9.30 Uhr. Hölzel: „Am Wochenende sind wir rund um die Uhr da.“ Für das Zusammenleben unter einem Dach gibt es wie in jeder WG einen Plan mit Tisch- und Küchendiensten. Ein Umzug in eine Einzelwohnung wird nicht für alle möglich sein, räumt Hölzel ein, aber: „Vier Bewohner sind in den vergangenen Jahren in eine eigene Wohnung gezogen.“
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