2017 war das lauteste Jahr

Flughafen Hamburg veröffentlicht Zahlen: Immer mehr nächtliche Starts und Landungen

Gaby Pöpleu, Hamburg-West
Umweltschützer und Bürgerinitiativen hatten es vermutet, nun ist es quasi amtlich: Das Jahr 2017 war in Sachen Fluglärm das lauteste seit der Jahrtausenwende. Es gab auf dem Flughafen Hamburg mehr nächtliche Starts und Landungen denn je. Das weist die jetzt veröffentlichte Statis-tik des Flughafens aus.
Bemerkenswert: Trotz vorsichtiger Versuche der Stadt Hamburg, mäßigend einzuwirken, stieg die Zahl der Verspätungen im vergangenen Jahr nochmals an: Über 8.000 der besonders störenden nächtlichen Starts und Landungen nach 22 Uhr gab es 2017. Und auch um 23 Uhr, dem offiziellen Betriebsende des Flughafens, war noch nicht Schluss: Mit 1.038 Starts und Landungen außerhalb der offiziellen Betriebzeit verdoppelte sich dies Anzahl seit 2013, als diese Zahl noch bei 450 gelegen hatte.
Und das, obwohl die Anzahl der Starts und Landungen insgesamt um 0,5 Pozent zurück-gegangen ist. Durch den Einsatz größerer Flugzeuge und eine bessere Auslastung wurden 17.622.997 Fluggäste transportiert, 8,6 Prozent mehr als 2016.
Trotzdem wurde es lauter. Beispiel „Lärmkontur“: Die so genannte „Lärmkontur“ beschreibt die flächenmäßige Ausdehnung des Lärmteppichs oberhalb von 62 Dezibel Dauerschall. Sie wird in Hamburg seit 1999 ermittelt. 2017 umfasste die Fläche, auf der Hamburger dieser Dauerbelastung ausgesetzt sind, 14,7 Quadratkilometer gegenüber 13,96 Quadratkilometern im Jahr 2016. Das heißt: Immer mehr Menschen sind von Dauerlärm betroffen.

Offenbar blieb die von der Stadt angestrengte sogenannte „Pünktlichkeitsoffensive“ aus dem Frühjar 2016 wirkungslos. Darin wurde auf freiwillige Kooperation der Fluggesellschaften und höhere Gebühren bei Verspätungen ab Juni 2017 gesetzt. Einige Politker hoffen indes noch auf neue Flugpläne: Erst wenn sie erstellt würden, könnten die Fluggesellschaften – so sie den wollen – Änderungen umsetzen.Daran glauben die Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz BAW nicht. Sprecher Martin Mosel: „Die Fluggesellschaften nutzen die bestehenden Ausnahmeregelungen, um die Nachtflugbeschränkung systematisch außer Kraft zu setzen. Das Übertreten von Regelungen zum Schutz der Menschen und der Natur wird hier zum Geschäftsmodell gemacht.“
Auch der BUND bleibt deshalb bei seiner Maximalforderung: „Jetzt hilft nur ein klares Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr“, sagt Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg. Dieser Forderung hatten sich im vergangenen Sommer über 12.500 Hamburger im Rahmen einer Volkspetition angeschlossen.

Fördergeld vom Bund
Das Förderprogramm „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ des Bundesumweltministeriums gibt es seit 1979. Damit können Gebiete gefördert werden, die „im nationalen und internationalen Interesse“ besonders wertvoll und typisch für einen bestimmten Lebensraumtyp sind. In Hamburg sind das zum Beispiel die Geest, das schleswig-holsteinische Hügelland und das Elbe-Urstromtal. Bisher wurder 79 Großprojekte gefördert, vorwiegend im ländlichen Raum. seit 2007 gibt es den neuen Förderschwerpunkt „Urbane/industrielle Landschaften“.
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Peter Mayer aus Stellingen | 01.02.2018 | 23:37  
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