FC Bingöls Ziel: „In die Oberliga“

Elegant setzt sich Bingöls sprintstarker Serdar Cakmak (rechts) hier gegen Lorbeers Spielführer Sebastian Brakhage durch. Im Heimspiel gegen die abstiegsbedrohten Gäste musste diesmal aber ein verwandelter Elfmeter von Yüksel Baycuman reichen, um drei weitere Punkte einzusacken. Foto: Ponik

Kreisliga-Spitzenreiter macht Ex-Profi Savas Koc zum Liga-Manager

RAINER PONIK, HAMBURG-SÜD

Als der FC Bingöl 2015 nach langer Talfahrt in der Kreisklasse landete, glaubten viele Fußballfans aus dem Hamburger Süden bereits, dass die Ligaelf sich auflösen würde. Zwei Jahre später präsentiert sich die Mannschaft jedoch in äußerst lebendiger Verfassung, denn mit neuen Spielern und viel Engagement glückte den Wilhelmsburgern nicht nur der direkte Wiederaufstieg in die Kreisliga, sondern Anfang Dezember auch der erneute Sprung an die Tabellenspitze.
Trotzdem entschloss sich Präsident Feyzi Baybals in der Winterpause überraschend zu einem Trainerwechsel. Für Ismail Selvi übernahmen Ümit Akkus und Metin Dogan die Mannschaft. Den beiden Coaches, die auch als Spielervermittler tätig sind, gelang es die Qualität des Teamkaders mit der Verpflichtung von fünf weiteren Spielern, unter ihnen auch der ehemalige Oberligakicker Tolga Coskun (SC Victoria), noch einmal zu steigern.
Obwohl der FC Bingöl im Winter auf dem Hartplatz am Vogelhüttendeich, wo der Verein zurzeit eine sportliche Heimat gefunden hat, aufgrund widriger Witterungsbedingungen kaum trainieren konnte, ist die Mannschaft mit fünf Siegen und 20:1-Toren ins neue Jahr gestartet und hat ihren Vorsprung gegenüber dem Tabellenzweiten TSV Wandsetal bis auf fünf Punkte ausgebaut.
Türken und Kurden spielen gemeinsam in einer Elf
„Wir haben den Aufstieg fest eingeplant, wollen langfristig aber bis in die Oberliga aufsteigen“, sagt Ümit Akkus. Beim FC Bingöl hofft man auf viele junge Talente, die den Verein als Sprungbrett für eine Profikarriere nutzen wollen, denn neuer Liga-Manager ist kein Geringerer als Ex-Hannover 96-Profi Savas Koc, der über sehr gute Kontakte zu vielen türkischen Proficlubs verfügt.
Prunkstück des aktuellen
Teams, das über eine Mischung aus gestandenen Spielern wie Torwart Ramazan Gün und Botan Sabir sowie jungen Talenten wie Serdar Cakmak oder Hakan Selvi verfügt, ist die starke Abwehr, die in 23 Spielen erst 20 Gegentreffer hinnehmen musste. Im Angriff bilden Hakan Baynal und Musab Akdag ein gefährliches Torjägerduo, das zusammen schon mehr als 30 Treffer erzielt hat. Dass Türken und Kurden beim FC Bingöl gemeinsam Fußball spielen, war noch nie ein Problem. „Politik spielt hier keine Rolle und jeder ist willkommen“, betont Ümit Akkus. Am morgigen Sonntag, 9. April, will der FC Bingöl seinen Sturmlauf in Richtung Bezirksliga mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten Team der TSG Bergedorf II fortsetzen. Das Spiel wird um 11 Uhr angepfiffen.
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