Ziegelpaten gesucht

Aus ihrer Wohnung kann Pastorin Sabine Kaiser-Reisauf auf die Westfassade der St. Johanniskirche blicken. Hier soll schon bald mit den Arbeiten begonnen werden.

St. Johanniskirche braucht Unterstützer für Fassadensanierung

Es wird teurer als befürchtet! Ursprünglich sollten nur etwa 500 kaputte Ziegelsteine in der Fassade der St. Johanniskirche ausgewechselt werden. Sie bröckeln und lassen Feuchtigkeit ins Innere des Kirchenhauses. Mit Hilfe von Kernbohrungen stellte ein Gutachter jedoch fest: Der Westgiebel muss komplett saniert werden. Insgesamt werden deshalb 6.000 Ziegel erneuert, die geschätzten Kosten liegen bei 90.000 Euro. Um diese Summe zu stemmen, ist die Ev. - Luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg auf Hilfe angewiesen und sucht Ziegelpaten.
„Für 200 Ziegel gibt es schon Paten. Das ist nicht schlecht, finde ich“, freut sich Pastorin Sabine Kaiser-Reis. Jeder Pate spendet 15 Euro, insgesamt sind bisher 3.000 Euro zusammengekommen. Wer spenden möchte, kann sich im Gemeindebüro unter Tel. 429 32 20 melden. Über den restlichen Betrag muss die Gemeinde wahrscheinlich einen Kredit aufnehmen, so die Pastorin. Denn eigene Mittel sind knapp, nachdem Buntglasfenster im Kirchenhaus vor Kurzem aufwendig restauriert werden mussten.
Größter Kostenpunkt der Fassadensanierung sind die Ziegelsteine selbst. Als die im Krieg zerstörte Kirche 1954 wieder aufgebaut wurde, hat man keine Standardziegel verwendet, sondern ofengebrannte Ziegel mit einem ungewöhnlichen Format gewählt. Ersatz, der zum Rest der Kirche passen soll, muss also extra angefertigt werden. „Es gibt aber nur noch eine Firma in Deutschland, die ofengebrannte Ziegel herstellt“, erzählt Kaiser-Reis.
Grund für den nötigen Komplett-Austausch ist ein misslungener Reparaturversuch aus den 80er Jahren, erzählt die Pastorin. Damals bestrich man die Steine mit einem Mittel, das sie vor Feuchtigkeit abschirmen sollte. „Im Ziegel hat die Feuchtigkeit aber weiter gearbeitet und jetzt platzen die ersten steinharten Zentimeter ab“, erklärt Kaiser-Reis. „Die Maßnahme ist nach hinten losgegangen.“
Mit den Arbeiten will die Gemeinde noch in diesem Jahr beginnen.
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