„Wir brauchen ganz dringend Wolle!“

Ist das nicht ein süßes Frühlingsmützchen? Marion Förster (l.) und Marie-Luise Masuch begutachten das kleine Erdbeermützchen, das gleich für den nächsten Transport auf eine Hamburger Frühchenstation gut verpackt wird.

Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich die „Stricklieseln“ – sie häkeln und stricken für Frühchen

Harburg - Alle Plätze im hinteren Cafébereich sind an diesem Mittwochnachmittag besetzt. Zwischen Teddys, bunten Babyschuhen, wärmenden Mini-Mützchen und flauschigen Decken sitzen 35 Frauen. Sie plaudern miteinander, trinken Kaffee und lassen dabei routiniert die Stricknadeln klappern.

Wer sind die Frauen?
„Wir nennen uns die „Stricklieseln“. Wir, das sind gut 60 Frauen, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich für frühgeborene Kinder kleine Schühchen und Mützchen stricken. Denn die meiste Wärme verlieren die Kinder über Kopf und Füße. Wir haben im vergangenen Jahr 4.545 Mützen, Schuhe, Teddys, Decken, Jacken und Pucksäcke gespendet. Die Sachen werden dreimal im Jahr in Hamburger Krankenhäuser mit einer Frühchen-Station gebracht, beispielsweise ins Mariahilf oder ins Altonaer Krankenhaus. Dort werden sie den Eltern
kostenlos zur Verfügung gestellt. natürlich können die Eltern die Sachen auch mit nach Hause nehmen“, erklärt Heidemarie Mathein. Sie leitet die Gruppe.

Woher kommt die Wolle?
Sie wird gespendet. Entweder sind es Wollreste oder es wird von Geldspenden Wolle gekauft.
Zu den monatlichen Treffen der Stricklieseln bringt Heidemarie Mathein große Kisten voller Wollreste mit. Jede der Strickerinnen kann sich so viel Wolle mitnehmen, wie sie bis zum nächsten Treffen verarbeiten möchte.

Wie lange dauert es, so ein Paar Kindersöckchen zu stricken?
„An einem Abend schaffe ich eines. Ich fange gegen 19 oder 20 Uhr abends an und bin gegen 23 Uhr fertig. Ich schaue zwar Fernsehen, muss mich aber auf das Stricken konzentrieren. Fernsehen, das ist dann eher ein Hörspiel mit ein paar Bildern“, sagt Barbara Pohlmann. Sie ist seit Anfang an dabei.

Kann man die Sachen nicht kaufen?
„Als ich vor zehn Jahren die Gruppe gründete, gab es nichts für Frühchen zu kaufen. Heute gibt es schon das ein oder andere. Doch in den meisten Läden beginnen die Babysachen ab Größe 56. Das ist viel zu groß für die Frühchen, die meist nur wenige hundert Gramm schwer sind“, erklärt Mathein.

Wie kann man die Gruppe unterstützen?
„Wir brauchen dringend Wollspenden, sonst können die Damen nicht weitermachen“, bittet Mathein.
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