Turm bis Juni saniert

Anwohner Dr. Jürgen Drygas (l.) und Claus-Peter Rathjen guckten von ihrem Balkon aus jahrelang auf das hässliche Baugerüst. „Unnötige Geldverschwendung“, finden sie.

Alte Feuerwache: Katholischer Schulverein hat endlich die Handwerker bestellt – Sanierungskosten: 350.000 Euro

Was für eine schwere Geburt: Der Turm der Alten Feuerwache in der Hastedtstraße wird endlich saniert. Seit 2004 ist das denkmalgeschützte Gebäude von einem Gerüst ummantelt – Einsturzgefahr! Kein schöner Anblick und obendrein teuer: Rund 170.000 Euro musste die Stadt für die jahrelange Einrüstung hinblättern. Doch nun ist Schluss mit der Geldverschwendung: Der katholische Schulverein, seit gut einem Jahr Eigentümer des gesamten Gebäudekomplexes, hat die Handwerker bestellt.
Bis Ende Juni sollen die Bauarbeiten beendet sein. „Zurzeit wird lockeres Mauerwerk von der Turmspitze etwa fünf Meter abgetragen“, erkärt Christoph Schommer, Sprecher des katholischen Schulvereins. „Dann wird eine neue Betondecke eingegossen und die Turmspitze originalgetreu wieder aufgebaut.“ Die Kosten für die Turmsanierung belaufen sich auf 350.000 Euro.
„Das ist viel Geld für einen alten Turm, den wir überhaupt nicht nutzen können“, so Schommer. „Uns war damals nicht klar, was da auf uns zukommt“, gesteht er. Doch immerhin: Nach Beendigung der Sanierungsarbeiten besitze Harburg ein weiteres wertvolles historisches Wahrzeichen. In dem Gebäude von 1922 wurden früher die Feuerwehrschläuche zum Trock-nen aufgehängt. „Das wird schick!“, so der Schulvereinssprecher.
Zeitgleich wird die Remise neben dem Turm renoviert. In der 155 Quadratmeter großen ehemaligen Garage für Feuerwehrfahrzeuge entsteht die neue Schulkantine des katholischen Niels Stensen Gymnasiums, die nach den Sommerferien ihren Betrieb aufnehmen soll.
Auch die Anwohner freuen sich, dass der Turm endlich saniert wird. „Seit Jahren gu-cken wir vom Balkon aus auf dieses hässliche Baugerüst“, sagt Claus-Peter Rathjen.
Spaßeshalber hat er eine Zeitlang den Stillstand dokumentiert: Über Monate machte er jeden Morgen ein Foto vom eingerüsteten Turm. Auf den Bildern ist der Wechsel der Jahreszeiten zu erkennen – nur der verhüllte Turm bleibt unverändert.
„In erster Linie ärgern mich aber die unnötigen Kosten für den Steuerzahler“, so Rathjen. „Für die rausgeschmissenen zigtausend Euro für das Gerüst hätte man den Turm doch längst sanieren können!“
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