Sigmar Gabriel begeisterte sie

Bilata Suleiman engagiert sich in der Harburger SPD und in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. (Foto: sl)

Die Syrerin Bilata Suleiman engagiert sich in der Harburger SPD

Sabine Langner, Harburg – Dem Land etwas zurückgeben, das sie so freundlich aufgenommen hat – Bilata Suleiman muss nicht lange nachdenken, wenn sie gefragt wird, warum sie sich in der Harburger SPD engagiert.
Die heute 24-Jährige war sechs Jahre alt, als ihre Eltern Syrien wegen politischer Unruhen verlassen mussten. Glücklich und sicher in Halle/Saale angekommen, kämpfte sich die kleine Bilata ohne ein Wort Deutsch zu können, durch die Grundschule - mit so miserablen Noten, dass nur die Hauptschule in Frage kam. „Aber dann wurden meine Noten besser und besser, so dass ich nicht nur den Realschulabschluss machen konnte, sondern auch eine Empfehlung fürs Gymnasium bekam“, erinnert sie sich. Mit Erfolg. Ihren Bachelor-Abschluss für Philosophie und Germanistik hat sie schon erfolgreich in der Tasche. Im Moment büffelt sie für ihren Masterabschluss und will anschließend promovieren.
Die Eltern und Bilata Suleimans fünf Geschwister leben inzwischen in Bad Salzuflen, aber für die junge Studentin war immer klar, dass sie in einer großen Stadt und ­vor allem finanziell unabhängig von den Eltern leben will.
Mitglied in der SPD wurde sie, weil sie einmal Sigmar Gabriel traf. „Mein Vater ist auch in der SPD, und er hat mich einmal mitgenommen zu einer Veranstaltung. Das hat mich überzeugt, auch etwas zu tun", sagt sie und würde am liebsten verschweigen, dass es eine Weile gedauert hat, bis der Bad Salzufler SPD-Ortsverband sie akzeptiert hat. „Naja, als Frau, dann auch noch jung und Migrantin - das war schon nicht so einfach“, räumt sie ein.
Alles Vergangenheit. In Harburg ist sie mit offenen Armen aufgenommen worden. An einem Platz in der Bezirksversammlung ist sie haarscharf gescheitert. Umso mehr Grund, sich in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) zu engagieren. Bilata Suleiman ist Harburger ASF-Vorsitzende und arbeitet nebenbei für den Bundestagsabgeordneten Metin Hakverdi. Von den Querelen, die die SPD in letzter Zeit intern geschüttelt haben, hält sie gar nichts. „Wenn man sich engagiert, muss man das auch ernst nehmen. Es stehen genug Themen an, da muss man sich doch nicht intern noch das Leben schwer machen.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.