Rattenalarm in Langenbek

Radbrucher Stieg: Anwohner verärgert über verwahrlostes Grundstück

Die Reihenhaussiedlung am Radbrucher Stieg ist sehr gepflegt, saubere Gehwege, adrette Vorgärten, schmucke Häuser. Ein Eckgrundstück fällt jedoch in dieser Vorstadtidylle komplett aus dem Rahmen: Das Haus wirkt verwahrlost und ist von Gestrüpp zugewuchert, im Garten türmt sich Sperrmüll. Den Nachbarn ist das Grundstück ein Dorn im Auge. „Da hausen Ratten“, sagt Anwohner Hans Meyer*. Die Behörde ist bereits verständigt, will aber nichts unternehmen.
Meyer will seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen, denn er hat Angst vor dem Nachbarn. „Das ist ein Messie, der auch schon mal gewalttätig wird“, sagt er. Keiner wolle sich mit ihm anlegen. Deshalb habe er die Behörde über die Rattenplage informiert. „Die Viecher laufen überall rum, ekelhaft!“ Es sei dann auch einer vom Amt dagewesen, doch der habe keine Fallen aufstellen wollen. Meyer: „Angeblich kann die Behörde nichts machen, weil es ein Privatgrundstück ist. Das kann doch nicht sein!“
Kann es sehr wohl, erklärt Thorsten Krause, beim Hamburger Hygiene-Institut für Ratten zuständig. Seine Leute könnten nicht einfach auf einem Privatgrundstück Fallen aufstellen. „Dafür ist jeder Hausbesitzer selbst verantwortlich“, so Krause. Köderfallen könne man nur im öffentlichen Bereich aufstellen. Das sei am Radbrucher Stieg jedoch nicht notwendig, gibt er Entwarnung. Sein Mitarbeiter habe vor Ort keine Anzeichen für Ratten festgestellt, weder auf dem erwähnten Eckgrundstück noch in der Umgebung. „Verwahrloste Grundstücke müssen nicht unbedingt Ratten anziehen, die können auch auf picobello Grundstücken vorkommen“, erklärt Krause. „Oft passt es Leuten einfach nicht, wie ihre Nachbarn wohnen, doch da kann sich die Behörde nicht einmischen!“
Das bestätigt auch Petra Schulz, Sprecherin des Bezirksamts Harburg. „Jeder darf auf seinem Grundstück machen, was er will“, sagt sie. Erst wenn akute Gefahr für Leib und Leben bestehe, könne das Amt anrücken, in Begleitung der Polizei. Schulz: „Das ist immer eine heikle Angelegenheit.“
* Name geändert

Das Auftreten von Ratten muss gemeldet werden. Die Meldungen nimmt das Institut für Hygiene und Umwelt der Gesundheitsbehörde entgegen, es gibt eine Rattenhotline; Tel. 42845-79 72.
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