Paar lebt mit Baby in Schimmel-Zimmer

Alles in einem Raum: Schläft Baby Maximilian, müssen seine Eltern Mathias Lüdtke und Florence Kiriba flüstern und können nicht mal Fernsehen gucken.

Harburger finden kein größeres Zuhause – jetzt will die Saga helfen

Mathias Lüdtke ist verzweifelt. Seit 20 Monaten lebt der Harburger mit seiner Partnerin und dem gemeinsamen Baby auf 38 Quadratmetern. „Man hockt immer aufeinander und kann sich nicht zurückziehen. Wir halten das langsam nicht mehr aus“, klagt der 38-Jährige. Bettchen und Wickeltisch für Baby Maximilian (18 Monate) hat das Paar zwischen Kleiderschrank und Balkontür gequetscht, Sofa, Schreibtisch und Ehebett nehmen den Rest des 25-Quadratmeter großen Raumes ein, der Wohn-, Schlaf-, Kinder- und Esszimmer zugleich ist. Das Paar sucht unter Hochdruck eine größere Wohnung. „Niemand gibt uns eine. Wir haben ja keine Arbeit“, sagt Florence Kiriba niedergeschlagen.
Die 27-jährige macht sich zudem Sorgen um die Gesundheit ihres kleinen Jungen, denn in der Wohnung in der Adolf-Wagner-Straße schimmelt es. Immer wieder habe der Vermieter Handwerker geschickt, die den Schimmel entfernten. Doch ein paar Monate später, kämen die Flecken an der Außenwand zur Küche und zum Balkon immer wieder, berichtet Kiriba. Für das Paar steht fest: „Wir brauchen dringend eine andere Wohnung!“
Schon vor knapp zwei Jahren, als seine Lebensgefährtin noch schwanger war, klopfte Mathias Lüdtke bei seinem Vermieter, der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga/GWG an, und bat um Hilfe. „Die haben gesagt sie können mir keine größere Wohnung geben“, erzählt er. Lüdtke, der seit 2001 in der Wohnung lebt, vermutet, es liege daran, dass er vor Jahren seine Miete mehrfach zu spät gezahlt hatte. Auch auf dem freien Wohnungsmarkt hat er als Hartz-IV-Empfänger, der Schulden und einen Schufa-Eintrag hat, schlechte Karten. Als das Baby kam, musste seine Lebensgefährtin schließlich zu ihm ziehen. „Wir sind eine Familie und wollen zusammen leben“, sagt Kiriba.
Auf Nachfrage des Wochenblatts, zeigt sich die Saga hilfsbereit. „Wir haben den Fall im Auge und gucken, dass wir eine gute Lösung für die Familie finden“, verspricht Saga-Sprecherin Kerstin Matzen. Lüdtke soll einen Termin mit seinem Hauswart vereinbaren. Nachdem dieser den Zustand der Wohnung geprüft hat, sei man bereit, der Familie eine Tauschwohnung anzubieten.
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1 Kommentar
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britta winterboer aus Harburg | 12.03.2014 | 18:56  
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