Oben hui, unten pfui?

Am Rand des Göhlbachtals entsteht das Viertel „Gartenvillen Eißendorf“. Bereits 2006 hatte der damalige CDU-geführte Senat die Idee, ehemalige Deponien zu sanieren und die Kosten dafür mit dem Verkauf der Flächen als Baugrundstücke wieder einzuspielen. Jetzt, acht jahre später, geht es mit der Bebauung los. (Foto: msg)

Göhlbachtal: Hochwertige Neubauten werden auf ehemaliger Deponie stehen

Bruno/Istel, Eissendorf - In idyllischer Lage am Rand des Göhlbachtals wird in den kommenden Jahren ein kleines, aber feines neues Stadtteilviertel mit gut 30 Wohneinheiten entstehen. Klingt gut, doch der Baugrund ist eine ehemalige Deponie.
Die Architektur der vier Stadtvillen und 20 Einfamilienhäuser soll – so verspricht der Bauherr – gehobenen Ansprüchen genügen, das Energiekonzept soll zukunftsweisend sein. Und für die Einzelfamilienhäuser gibt es obendrein auch noch eine gute Adresse: Hanne-Darboven-Ring, benannt nach einer Harburger Künstlerin von Weltrang.
Doch die Häuser werden auf einer ehemaligen Deponie stehen. Hier soll laut amtlichen Unterlagen früher ausschließlich Hausmüll abgelagert worden sein. Ein Anwohner, der in der Gegend aufgewachsen ist, hatte Zweifel daran: „Von wegen: nur Hausmüll! Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die Phoenix, Thörl, Shell und Esso in den 50er-Jahren hier Fässer abgeladen haben.“
Doch dieser Verdacht bestätigte sich nicht. Bauleiter Jens Sturm, der für die Sanierung verantwortlich war: „Ja, wir haben tatsächlich das eine oder andere Fass gefunden. Aber das waren in der Summe vielleicht zehn Kubikmeter.“
Darüber hinaus hat sich das Bauvorhaben „Gartenvillen Eißendorf“ zwischen den Straßen In der Schlucht und Göhlbachtal immer wieder verzögert. Weil Fachbehörden und Bezirksamt sich nicht miteinander absprachen, gab es beispielsweise unnötige Komplikationen bei der Kampfmittelsondierung.
Als das rund 1,5 Hektar große Areal „besenrein“ schien, stellte sich heraus, dass man einen Bereich vergessen hatte. Also musste noch einmal – einschließlich aller aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen – nach Blindgängern gesucht werden.
Nun scheinen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. „Für den Bau der vier Stadtvillen hat das Bezirksamt schon Genehmigungen erteilt“, sagt Sprecherin Bettina Maak.
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