Mehr Zeit für schwere Fälle

An der Asklepios Klinik Harburg hat eine Notfallpraxis für ambulante Versorgung eröffnet

An der Asklepios Klinik Harburg hat eine Notfallpraxis für ambulante Versorgung eröffnet

Olaf Zimmermann, Harburg
Das lange Warten in der Notaufnahme der Asklepios Klinik Harburg soll jetzt ein Ende haben. Auf dem Gelände des AKH, direkt gegenüber der Notaufnahme, hat eine Notfallpraxis eröffnet. Kommt ein Patient in die Notaufnahme oder in die Notfallpraxis, wird sofort entschieden, ob er als Notfall im Krankenhaus oder ambulant in der Notfallpraxis behandelt wird.Die Zahl der Patienten in der Notaufnahme der Asklepios Klinik Harburg ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. 2016 waren es 64.092 Fälle. „Häufig kommen Patienten zur Notaufnahme, weil die Wartezeit auf einen Arzttermin oftmals sehr lang ist. Viele Ärzte nehmen inzwischen sogar keine neuen Patienten mehr an“, beschreibt Claudia Loss (SPD) das Problem.
Im Klartext: In der Notaufnahme werden viele Patienten behandelt, die gar keine Notfälle sind. Das führt zur langen Wartezeiten, überlasteten Mitarbeitern und birgt die Gefahr, dass ernste Notfälle unter Umständen verspätet behandelt werden.
„Von der Notfallpraxis erhoffen wir uns daher eine bessere Steuerung der Patientenströme, so dass sich unsere spezialisierten Fachkräfte in den Schockräumen und OPs verstärkt auf die echten Notfälle konzentrieren können“, sagt Joachim Gemmel, der Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg.
Die Notfallpraxis hat montags, dienstags und donnerstags von 18 bis 24 Uhr, mittwochs von 13 bis 24 Uhr, freitags von 17 bis 24 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 8 bis 24 Uhr geöffnet. „Damit wird die ambulante ärztliche Versorgung im Hamburger Süden außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten verbessert und gleichzeitig die Notaufnahme entlastet“, kommentiert Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.
Menschen mit schweren Erkrankungen sollen in der AKH-Notaufnahme jetzt schneller behandelt werden. Bei leichteren Fällen, die an die Notfallpraxis verwiesen werden, ist weiterhin Geduld gefragt. Denn zur Zeit steht pro Schicht in der Notfallpraxis nur ein Arzt bereit. „Wir müssen erst einmal die Erfahrungen abwarten. Mittelfristig kann aber aufgestockt werden“, heißt es bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg.
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