Kita statt Krankenhaus

Bis vor kurzem eine Frauenheilklinik, bald eine Kindertagesstätte: Die weiße Villa in Heimfeld.

Frauenklinik ist umgezogen, SterniPark kauft Villa im Helmsweg

Seit zwei Monaten ist es still in der alten weißen Villa im Helmsweg 39. Das Gebäude steht leer, nachdem Ende August die Klinik für Frauenheilkunde ausgezogen ist, die hier 64 Jahre lang ihren Sitz hatte. Doch schon bald soll neues Leben in das Haus einziehen: SterniPark hat die Villa gekauft und will hier eine Kindertagesstätte für 120 Mädchen und Jungen im Alter bis sechs Jahren eröffnen, wie das Wochenblatt auf Nachfrage bei dem Verein erfuhr. Wenn alles nach Plan läuft, könnten schon im Frühjahr 2015 Kinder durch den schönen Bau und den großen Garten toben. Sie werden in der Einrichtung voraussichtlich zwischen 6 und 20 Uhr betreut.
Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Hamburg betreibt Kitas, Eltern-Kind-Zentren und Babyklappen. In den vergangenen Jahren war Sternipark wiederholt in den Schlagzeilen, weil sich Mitarbeiter öffentlich über schlechte Arbeitsbedingungen beklagten.
Bevor die Kita in den Bau mit etwa 1.000 Quadratmetern Fläche einziehen kann, sind einige Umbauten notwendig. Es wird ein zweites Treppenhaus mit einem Fahrstuhl gebraucht. „Damit wir auch behinderte Kinder betreuen können“, erklärt SterniPark-Geschäftsführerin Leila Moysich. Eine Baugenehmigung liege jedoch noch nicht vor.
Das Gebäude wurde in den 1920er Jahren als Wohnvilla reicher Kaufleute gebaut. Nach einem Umbau zog 1950 die damals privat geführte Fachklinik ein. 2008 kaufte Asklepios die Klinik. Der Auszug aus dem mittlerweile sanierungsbedürftigen Bau habe sich nicht vermeiden lassen, weil das Gebäude seit längerem nicht mehr den technischen Ansprüchen an ein modernes Krankenhaus entsprach, so ein Asklepios-Sprecher. Zuletzt hätte die Aufsichtsbehörde die Nutzung des Gebäudes als Krankenhaus nur bis zur Fertigstellung eines Neubaus auf dem Gelände des Asklepios Klinikums Harburg im Eißendorfer Pferdeweg 52 genehmigt. Zum 1. September zog die Fachklinik schließlich aus dem Helmsweg in das dort neu errichtete Haus 8 um.
Ob die Lage der neuen Kita mitten in der ruhigen Wohnstraße am Schwarzenberg für Probleme sorgen wird, bleibt abzuwarten. Ein Bewohner des angrenzenden Mehrfamilienhauses hat zumindest Bedenken: „Durch die Kita werden wir sicher viel mehr Verkehr in der Straße haben.“
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