Harburg will Qualität - Verbraucherumfrage zum Bioinsel-Fest

Am Infostand von HARBURG21: Regina Marek von Schulen21 und Jürgen Marek (GAL) (Foto Gisela Baudy)
 
Auch die Kleinsten mischten mit. (Foto Hanns Wardenphul)

In Harburg legen Verbraucher/innen Wert auf frische, regionale und saisonale Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft, Konsumgüter ohne Giftstoffe sowie faire Preise, die sozial gerecht und dennoch erschwinglich sind. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Transparenz für eine bessere Orientierung im Einkauf und mehr politisch forcierten Verbraucherschutz.

Das zeigte die Verbraucherumfrage "Qualitätsbewusst? Worauf achten Sie beim Einkauf?", die HARBURG21 auf dem Straßenfest zur Feier des 30. Jubiläums der Bioinsel Harburg am 25. Mai 2013 in der Julius-Ludowig-Straße durchführte.

Trotz des Dauerregens ließen sich die Passanten ihre Laune nicht verderben. "Frische ist mir wichtig - am besten aus der Region", sagte beispielsweise eine 60-Jährige und setzte ihre Striche auf die Liste am HARBURG21-Aktionsstand. Andere schrieben weitere Kriterien wie etwa "faire Siegel", "Arbeitsschutz" und "keine Käfighaltung" auf das Packpapier. An der Spitze der 24 aufgemalten Kriterien waren die Stichworte "regional" (23 Striche), "saisonal" und "Frische" (je 19 Striche) sowie "ohne Giftstoffe und Gentechnik (18 Striche), "Öko-Anbau" und "keine Kinderarbeit" (je 16 Striche). Am Ende der Liste rangierte "Ohne Fleisch" mit 4 und "Vegan" mit einem Punkt.

An die 30 Standbesucher/innen nahmen an der Umfrage und dem anschließenden Gütesiegel-Test teil: Studierende der Technischen Universität Harburg, Bildungstätige aus Harburg und dem Landkreis, Mütter, Rentner und Kommunalpolitiker wie Jürgen Heimath (SPD) und Jürgen Marek (GAL) gaben bereitwillig Auskunft zu ihren Kaufentscheidungen bei Verbrauchs- und Alltagsgütern. Gleichzeitig hinterfragten einige von ihnen die Wirksamkeit verschiedener Zertifizierungs-Maßnahmen und -systeme und die Sinnhaftigkeit mancher Gütesiegel wie "Pro Planet" (Penny-Siegel) oder das FSC-Label (Forest Stewardship Council). Denn die Kriterien seien nicht explizit genug beziehungsweise würden nicht konsequent genug umgesetzt.

"Es zeigt sich doch immer wieder, dass man dem Bio-Siegel gar nicht hundertprozentig vertrauen kann", meinte ein Verfahrenstechnik-Student. "Regelmäßige und flächendeckende Kontrollen sind eben enorm wichtig", mischte sich Lea (20), eine andere TUHH-Studentin, ein. "Auch Aktionsstände wie dieser hier gehören dazu!"

Die kleine Umfrage war trotz des unwirtlichen Wetters mit 237 gesetzten Strichen sehr erfolgreich. Insgesamt zeigten sich die Standbesucher/innen sehr umwelt-/klimafreundlich, sozial eingestellt und überaus kritisch. Auch waren ihnen die wichtigsten Gütesiegel, Firmen-Logos und Markenzeichen für Verbrauchsgüter durchaus geläufig. Unsere jüngste Standbesucherin im Alter von vier Jahren verblüffte selbst ihre Großmutter. Denn außer dem Bio-Siegel (14 Punkte bei der Umfrage) und dem Transfair-Siegel erkannte sie sogar das Hand-in-Hand-Siegel von Rapunzel, das Logo der Bioinsel, die Sonne der Bohlsener Mühle und das Logo der "BUDNIANER HILFE" (Budni Kinder- und Jugendhilfe). Dabei verspeiste sie nebenbei genüsslich ihren "Vegan Burger" vom Nachbarstand der TUHH. Die Kuh vom Erdmannshof am Stand gegenüber schaute anerkennend (und erleichtert) zu.

Gisela Baudy/Chris Baudy
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1 Kommentar
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Deniz Neder aus Altstadt | 13.10.2015 | 11:12  
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