Der Knast für bis zu 400 Randalierer

Hier kommt keiner rein, und auch keiner raus: die Gesa an der Schlachthofstraße. Fotos (2): kreller

G20-Gipfel: Im ehemaligen Fegro-Markt ist eine Gefangenensammelstelle eingerichtet

Andreas Göhring, Harburg

Straßensperren, Nato-Draht und bewaffnete Wachposten sichern die „Gesa“. Aus Sicht der Hamburger Polizeiführung ist der Standort für die Gefangenensammelstelle im ehemaligen Fegro-Großhandelsmarkts an der Schlachthofstraße gut gewählt – ab vom Schuss sozusagen. Wer hier einfährt, kann den Ablauf des G20-Gipfels auf dem Messegelände erst mal nicht mehr stören. Bis zu 400 Personen können kurzfristig untergebracht und „richterlich“ behandelt werden.
Das muss aus Sicht der Behörden, die für die Sicherheit des Gipfels verantwortlich sind, schnell gehen. Deshalb ist die „Gesa“ auch wie ein Logistikbetrieb organisiert. Die Gefangenentransporte halten vor einer Reihe von zehn Containern mit jeweils zwei Arbeitsplätzen.
Hier soll zunächst die Identität der vorläufig Festgenommenen festgestellt werden. Wer keinen Ausweis dabei hat, wird mittels seines Fingerabdrucks identifiziert. Polizeisprecher Ulf Wundrack: „Das sind oft alte Bekannte. Wir wissen meist sehr schnell, wen wir da vor uns haben.“
Danach geht es in die große Halle mit 70 Sammelzellen für jeweils fünf Personen und 50 Einzelzellen – alle klimatisiert und mit dimmbarem Licht. Dazu gibt es Vernehmungsräume, einen Raum für die erkennungsdienstliche Behandlung und auch sechs Telefone, mit denen die Gefangene einen Anwalt anrufen können.
Neben der Halle hat das „Amtsgericht Hamburg, Nebenstelle Neuland“ seinen Sitz – und auch dieser Standort wurde gewählt, um die „Behandlung“ der G20-Gegner möglichst vor Ortabzuwickeln. Normalerweise müssten die Festgenommenen erst zum Strafjustizgebäude gebracht werden, das direkt neben dem Messegelände liegt.
Wird es in der Nebenstelle Neuland also Urteile im Schnellverfahren geben? „Nein, hier wird lediglich entschieden, ob jemand in Untersuchungshaft oder in Polizeigewahrsam kommt“, sagt Gerichtssprecher Kai Wantzen.
Wer im Verdacht steht, eine Straftat begangen zu haben, kommt in Untersuchungshaft. Heikler wird es beim Polizeigewahrsam. Da reicht nämlich schon der Verdacht, eine Straftat oder auch nur eine „gravierende“ Ordnungswidrigkeit begehen zu wollen. Im Visier stehen hier wieder die zuvor genannten „alten Bekannten“, die schon wiederholt wegen ihrer Gewaltbereitschaft aufgefallen sind.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.