Behördenposse im Heimfelder Forst

Sieht ja eigentlich alles ganz friedlich aus. Doch Mischlingshündin Lizzie begeht gerade eine Ordnungswidrigkeit: Sie sitzt außerhalb der Auslaufzone ohne Leine mitten im Wald. Doch wo genau verläuft die Grenze zwischen Freilaufzone und Wald? Keiner weiß es, denn es gibt keine Markierungen. (Foto: mag)

Hundebesitzer wurden verwarnt, weil sie außerhalb der Hundeauslaufzone ihre Tiere unangeleint laufen ließen ­– keine Abgrenzung zum „normalen“ Forst sichtbar

Andreas Göhring, Heimfeld – Eigentlich ist nichts passiert. Trotzdem ist die Aufregung groß – zumindest unter Hundebesitzern, die im Heimfelder Forst Gassi gehen. Was war los? „Ich war mit meinen beiden Hunden wie immer unterwegs“, sagt Hermine Labahn aus Heimfeld. „In der Hundeauslaufzone, natürlich ohne Leine.“ Plötzlich sei sie von Uniformierten angehalten und verwarnt worden. Der Vorwurf: Sie halte sich außerhalb der Zone auf und müsse die Hunde deshalb anleinen.
Andere Zeugen berichten, mitten im Wald sei ein Behördenfahrzeug aufgetaucht und habe sich quer über einen Weg gestellt. Und auch hier habe es Verwarnungen gegeben. Hermine Labahn: „Ich verstehe das nicht: Der Heimfelder Forst ist doch als Hundeauslaufzone ausgewiesen. Was wollen die denn?“
Grundsätzlich hat die Heimfelderin recht. Der Wald ist dort als Hundeauslaufzone verzeichnet. Größe: 100.000 Quadratmeter. Wo aber die Grenze verläuft, ist nirgends zu sehen.
Auch nicht vor Ort! Dort steht höchstens alle hundert Meter ein verschmutztes Schild. „Der Weg zwischen der Auslaufzone und Meyers Park gehört nicht mehr zur Auslaufzone“, sagt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. Aha! Aber woher sollen es die Hundebesitzer wissen? Es gibt keinen Zaun, keine Markierung, nichts.
Und wer hat die ahnungslosen Frauchens und Herrchens verwarnt? „Von uns war das keiner“, sagt Bettina Maak. Sie wundert sich ohnehin, denn eine „Beschwerdelage“ gebe es dort nicht. Sie habe extra noch einmal nachgefragt.

Der Hundekontrolldienst war unterwegs

Inzwischen ist klar, wer da unterwegs war. „Es war ein Team des Hundekontrolldiens-tes“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Hamburg-Mitte. Als der Bezirkliche Ordnungsdienst aufgelöst wurde, ist diese Aufgabe zentral dem Bezirksamt am Klosterwall zugeordnet worden. Sorina Weiland betont aber, dass es nur mündliche Verwarnungen gegeben habe. Niemand müsse etwas zahlen.
„Wofür die Stadt alles Personal hat“, wundert sich Hundebesitzer Horst Langner. „Wäre es auf Dauer nicht billiger, wenn man uns besser über die Grenzen der Zone informiert? Oder einen kleinen Zaun zieht?“ Bisher sei es jedenfalls nur eine Behördenposse.
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