Bäh, wie ekelig!

Plastiktüten, Flaschen und ein Einweggrill: Die Reste einer Grillparty am Neuländer Baggersee. (Foto: mag)

Besucher lassen Wodkaflaschen und Einweggrille auf der Liegewiese am Neuländer Baggersee einfach liegen

Andreas Göhring, Neuland – Die Liegewiese am Neuländer Baggersee ist vermüllt. „Wenn der Sommer nicht so verregnet gewesen wäre, wäre es hier noch schlimmer“, sagt Freizeitschwimmer Thomas Barth. Auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist, geht Barth hier jeden Tag schwimmen. Und jedes Mal ärgert er sich über die verdreckte Wiese. Nach einem Tag mit viel Sonne sei es besonders schlimm: „Dann wollen alle grillen.“
Sie kommen dann in Scharen und lassen alles liegen – vom Einweggrill über Wodkaflaschen bis hin zum mariniertem Fleisch. Totale Gleichgültigkeit, kein Interesse an einer sauberen Umwelt, völlig sinnentleertes Konsumverhalten.
Die vermüllte Liegewiese
erhitzt die Gemüter schon seit Jahren. Für Wasserskilift-Gründer Peter Schattenfroh erwies es sich als Boomerang, dass er sich vertraglich verpflichtete, sich als Gegenleistung für die Betriebsgenehmigung um die Sauberkeit auf der Liegeweise zu kümmern. Vor allem bei anhaltendem Sonnenschein kam er mit dem Müllsammeln kaum hinterher, die Kosten dafür belasteten seine Bilanz zusätzlich. Gute Worte fruchteten nicht, stattdessen handelte er sich massive Bedrohungen ein.

Müllsünder kommen ungeschoren davon

Schattenfrohs Nachfolger Siefried Weckler kämpft mit dem gleichen Problem. Das Bezirksamt besteht auf Einhaltung des Vertrags. Das bestätigte Amtssprecherin Bettina Maack jetzt noch einmal auf Anfrage.
Weckler hingegen hatte schon vor einem Jahr eine andere Sichtweise geäußert: „Da das Grillen auf der Wiese ausdrücklich verboten ist, müssten doch Ordnungskräfte dafür sorgen, dass das Verbot eingehalten wird.“
Eine Lösung scheint nicht in Sicht zu sein, der Ansatz scheint auch nicht richtig gewählt zu sein: „Mir ist es egal, wer dafür zuständig ist“, sagt Thomas Barth. „Das ist auch nicht das grundsätzliche Problem.“ Vielmehr müsse man sich doch fragen, wieso es Menschen gibt, denen die Umwelt schnurzegal sei, und die vermutlich immer so weiter machten – auf Kosten des Gemeinwesens. Barth: „Das ist der eigentliche Skandal.“ Und dass sie immer wieder ungeschoren davon kämen.
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