Angst um Sinstorfs grüne Lunge

Die ImmoForst OHG möchte auf dem Gelände am Sinstorfer Kirchweg Forstwirtschaft betreiben. Foto: NK

ImmoForst OHG kauf Gelände am Sinstorfer Kirchweg - nur forstwirtschaftliche Nutzung möglich

Olaf Zimmermann Harburg

Aufregung in Sinstorf. Soll das Wäldchen am Sinstorfer Kirchweg abgeholzt werden? In einem anonymen Schreiben wird zur „Rettung der grünen Lunge des Stadtteils“ aufgerufen. Was steckt dahinter?
Die ImmoForst OHG von Familie Heinrich Schabert aus Dinkelsbühl hat das Grundstück am Sinstorfer Kirchweg 28 gekauft. Zum Grundstück gehören ein Wäldchen und ein kleines Haus. Vor Jahren hatte die ImmoForst bereits im Bereich Heimfeld/Kuhtrift Wald aus öffentlichem Eigentum gekauft.
In Sinstorf wird befürchtet, dass der neue Eigentümer die Bäume abholzen lassen und stattdessen Häuser bauen könnte. Bereits 2005 wollte ein Harburger Investor hier altersgerechte Wohnungen in Doppel- und Reihenhäusern errichten. Der Versuch scheiterte, der Bauantrag wurde abgelehnt. Droht jetzt ein neuer Vorstoß?
„Wir haben das Grundstück Sinstorfer Kirchweg 28 als Wald gekauft und werden dort eine geregelte, nachhaltige Forstbewirtschaftung betreiben. Forstwirtschaftliche Maßnahmen werden mit der amtlichen Forstdienststelle in Harburg vereinbarungsgemäß abgesprochen“, entgegnet ImmoForst-Chef Heinrich Schabert. Auch im Harburger Rathaus wird eine mögliche Bebauung abgelehnt. Bezirksamtssprecherin Bettina Maak stellt klar: „Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung hat in Beratungsgesprächen immer konsequent an der Planauweisung (als Wald, d.Red.) festgehalten.“
Es gibt nur eine Ausnahme: Das kleine Haus auf dem Gelände soll, so Heinrich Schabert, wegen eines Wasserschadens unbewohnbar sein. „Dort haben wir Baurecht“, so der ImmoForst-Chef. Im Klartext: Dieses Haus kann abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.
Schlecht für Fußgänger: Die ImmoForst OHG wird den Trampelpfad am Rand des Geländes sperren – aus Sicherheitsgründen.
Der neue Eigentümer von Sinstorfs „grüner Lunge“ möchte keinen Streit mit seinen Nachbarn. Heinrich Schabert: „Wir bedauern sehr, dass seitens der Bürgerinitiative Sinstorf nicht zu allererst das partnerschaftliche Gespräch mit uns gesucht wurde.
Gerne hätten wir bereits im Vorfeld einige Missverständnisse ausgeräumt.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.